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Kultur & Live

Elbphilharmonie: Hamburg überzeugte in New York mit dem Konzerthallen-Projekt

"Warum haben wir das nicht?"

Bürgermeister, Architekt, Senatorin, Dirigent und Intendant begeisterten die New Yorker Öffentlichkeit für die Hamburger Pläne.

New York. In der Carnegie Hall hängen Partiturseiten und Briefe berühmter Musiker und Komponisten an den Wänden, im Vorbeigehen trifft man so Beethoven, Strawinsky, Bernstein, Schostakowitsch oder den chinesischen Komponisten Tan Dun. Das Eröffnungskonzert dirigierte Tschaikowsky, und alle Großen der Musikwelt standen hier auf den Bühnen. Ausgerechnet hier eine neue Konzerthalle zu präsentieren zeuge von großem Selbstbewusstsein, meinte ein amerikanischer Kollege. Da hatte die Veranstaltung noch nicht begonnen, in der Bürgermeister Ole von Beust, Christoph von Dohnanyi, Architekt Jacques Herzog und NDR-Intendant Jobst Plog die kommende Elbphilharmonie - englisch "Elbe Philharmonic Hall" - amerikanischen Pressevertretern vorstellten.

Ole von Beust gab sicherheitshalber Basisinformationen über Hamburg, bevor Herzog die atemberaubenden Einblicke in das Konzerthaus vorführte. Herzog akzentuierte die Verbindung von Tradition (alter Kaispeicher) und Zukunft (aufgesetztes Konzertgebäude). Das Staunen über die Kühnheit der Architektur setzte genau wie in Hamburg mit der ersten Ansicht des Projekts ein; die Herzen der Zuhörer gewann er allerdings mit der "sehr europäischen Idee", dass man in solchen Gebäuden auch die Fenster öffnen können muss. Spontaner Beifall der Aircondition-gebeutelten New Yorker Journalisten.

NDR-Intendant Jobst Plog erläuterte die Rolle des NDR als Kulturträger und Finanzier von Orchestern, Chor und Bigband, bevor NDR-Chefdirigent Christoph von Dohnanyi seine Sicht auf Hamburg vor dem Start der neuen Philharmonie pointiert zum Besten gab: "Hamburg ist eine schlafende Schöne, keine Show-off-Metropole - so etwa wie Greta Garbo - eine Schönheit, die man entdecken muss." Zustimmende Heiterkeit, auch für die Bemerkung, dass gute Musiker Taktstriche hassen und dass deshalb das Gebäude mit seiner offenen Architektur auch so musiktauglich sein werde.

Intensiv die persönlichen Gespräche, zu denen Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck dann einlud: Die Hamburger Vertreter, darunter Elbphilharmonie-Chef Christoph Lieben-Seutter und Projektleiter Hartmut Wegener, wurden mit Fragen bestürmt - nach der kulturellen Tradition der Stadt, bautechnischen Details, der Bedeutung des Musiklebens in Hamburg. Einhellig die große Begeisterung, die Wendy Moonan von der "New York Times" in die Frage legte: "Warum haben wir das nicht? Das würde auch gut nach New York passen!" Gelobt wurde die gelungene Verbindung von Alt und Neu und die Tatsache, dass Kultur sich mit dem Bau nicht im Stadtbild versteckt, sondern selbst zum Landmark wird. Moonan ist sicher, dass der Bau, wenn er zum musikalischen Leben erweckt ist, viele Besucher aus den USA anlocken wird. Von Beust war mit dem Echo der Veranstaltung zufrieden: "Es war sehr fröhlich. Der New Yorker fühlt sich gern als Zentrum der Welt - wenn wir es hier schon schaffen, Interesse für die Philharmonie zu wecken, ist das ein gutes Gefühl."

 

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