Keine Angst vorm schwarzen Kubus
Es war keine Kontroverse, sondern ein Gespräch, in dem sich alle Beteiligten um Einfühlung bemühten. Vor mehr als 400 Besuchern - darunter nur wenige Muslime - diskutierten Kunsthallendirektor Hubertus Gaßner, Ahmet Yazici vom Bündnis der islamischen Gemeinden, der Architekt Joachim Reinig, "Stern"-Kulturchefin Silke Müller und der Künstler Gregor Schneider über dessen "Cube Hamburg", der gegenwärtig zwischen Kunsthalle und Galerie der Gegenwart aufgebaut wird.
Schneider, der mit seinen meistens präzisen, aber oft verzögert vorgetragenen Statements zur Entschleunigung des Gesprächs beitrug, beklagte sich über die Ignoranz, mit der die Verantwortlichen in Venedig und Berlin sein Projekt aus politischen Gründen verhindert hatten.
Ahmet Yazici wiederholte das, was er bereits im März 2006 im Abendblatt erklärt hatte: Kein Moslem würde sich von Schneiders Kubus provoziert fühlen. Inzwischen habe er sich auch über Hamburg hinaus erkundigt und sei in keiner islamischen Gemeinde auf Vorbehalte gestoßen.
Damit es auch wirklich jeder versteht, fragte Gaßner Yazici noch einmal ausdrücklich, worin der Unterschied zwischen den Mohammed-Karikaturen und der Kaaba-Nachbildungen bestehe. Die Karikaturen seien Verunglimpfungen gewesen, während sich die Moslems durch Schneiders Kubus "nicht nur gebauchpinselt, sondern wirklich verstanden" fühlen könnten. Bei so viel multikultureller Harmonie fand Schneider sogar, der Kubus passe viel besser nach Hamburg als nach Venedig. "Auf dem Markusplatz hätte er in einer kulissenhaften Architektur gestanden. Hier, in der Nachbarschaft von Moscheen und Dönerbuden, kommt er im realen Leben 2007 an."




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