Filmfest: Am Ende des Cineasten-Treffens gab es Auszeichnungen
Das Mädchen aus den Anden siegt
Der Preis der Hamburger Filmkritik geht an die Regisseurin Claudia Llosa.
Hamburg. Mit der Vorführung des amerikanischen Roadmovies "Little Miss Sunshine" von Jonathan Dayton ist gestern das Filmfest Hamburg zu Ende gegangen. Vorher wurden im Cinemaxx zahlreiche Preise vergeben.
So lustig wie beim Abschlussfilm, der auch schon in Sundance für viele Lacher sorgte, war es beim diesjährigen Filmfest nicht immer. Es war ein Festival mit Licht und Schatten. Nach einem gelungenen Auftakt mit Sebastian Schippers "Ein Freund von mir" zeigte sich, dass Filmfest-Chef Albert Wiederspiel mit seiner Warnung, dieses sei kein herausragendes Filmjahr, recht hatte. Als Zuschauermagneten erwiesen sich die Vorführungen des Bollywood-Films "Kank", die nicht nur für volle Kinos, sondern auch für große Stimmung sorgten. Menschlich bewegend und zweifellos einer der Filmfest-Höhepunkte war der Film "The Portraitist" über den Auschwitz-Fotografen Wilhelm Brasse, der trotz seines hohen Alters von 88 Jahren nach Hamburg kam, um bei der Vorführung im Metropolis dabei zu sein.
Traditionell stark und mit vielen bekannten deutschen Schauspielern vor Ort war die Reihe TV-Spielfilme im Kino besetzt. Das Kinderfilmfest sorgte für volle Kinos, aber auch die Begleitveranstaltungen waren attraktiv. So kamen zum von Studio Hamburg Produktion ausgerichteten Symposium "Erzählen für Kinder" 100 Medienpädagogen, Autoren, Produzenten und Eltern.
Große Stars konnte das Filmfest in diesem Jahr nicht präsentieren. Immer mehr Festivals reißen sich weltweit um die besten Filme und ihre Darsteller. Hamburg hatte in diesem Wettbewerb nicht die allerbesten Karten. Pech, dass dann auch noch der Douglas-Sirk-Preisträger Gerard Depardieu absagte. Viel Glamour gab es nicht. Trotzdem kamen deutlich mehr Zuschauer als im vergangenen Jahr.
Vor dem Abschlussfilm ging der Preisregen über die Gewinner nieder. Den Preis der Hamburger Filmkritik, vergeben von "Stern", "Spiegel", NDR 90,3 und Abendblatt, ging an den peruanisch-spanischen Film "Madeinusa - Das Mädchen aus den Anden". Regisseurin Claudia Llosa, übrigens eine Nichte des peruanischen Autors Mario Vargas Llosa, nahm den Preis entgegen. Erfreulicher Nebeneffekt: Der Film fand auf dem Festival einen Verleih und kommt am 9. November in die Kinos.
Der "TV Movie"-Publikumspreis, 5000 Euro wert, geht an den schwedischen Film "Heartbreak Hotel" des Regisseurs Colin Nutley. Den Otto-Sprenger-Preis, der an Nachwuchsregisseure vergeben wird, bekamen die Französin Chantal Richard für "Lili et le baobab" und Franziska Stünkel für "Vineta". Er ist mit 10 000 Euro dotiert. 30 000 Euro bekam die Münchner Burkert Bareiss Produktion der TV 60 Film. Sie hatte für ZDF/Arte den Film "Ich wollte nicht töten" produziert und erhielt deshalb den von der Wirtschaftsbehörde ausgelobten TV-Produzentenpreis.













