Sonnabend, 11. Februar 2012, 03:24

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Kultur & Live

Politik und Party - die Vielfalt Lateinamerikas

HAMBURG. Salsa, Tanzen, Caipirinha. Dass die portugiesisch- und spanischsprachigen Länder südlich der USA viel facettenreicher sind, als es das Klischee will, zeigt das 9. Lateinamerikanische Kulturfestival.

Am 26. und 27. August werden im Museum für Völkerkunde zwar auch die aus europäischer Sicht obligatorischen Cocktails und Rhythmen geboten. So spielt - neben Ragga- und HipHop-Bands - als Highlight des Sonnabends die kubanische Formation "Sexteto Chanchullo" Salsa und Mambo. "Doch wir wollen nicht nur das Stereotyp vom Spaßhaben bedienen", sagt Marcelo Hernandez vom "Internationalen Jugendverband Europa - Lateinamerika" (IJEL). Der Hamburger Verein, der das komplette Programm des Wochenendes ehrenamtlich organisiert, setzt stark auf politische Bildung. Am Sonnabend (20.30 Uhr) ist der bei der Berlinale ausgezeichnete Film "Memorias del Saqueo" (Chronik einer Plünderung) zu sehen, der die wirtschaftliche Krise in Argentinien thematisiert. Am Sonntag (15 Uhr) berichten Journalist Christoph Twickel und Venezuela-Expertin Xiomara Tortoza über die Lage der südamerikanischen Republik. Mit einem Zuschuss von 3000 Euro wird das Festival von der Behörde für Soziales und Familie unterstützt, das finanzielle Risiko trägt IJEL.

Als sich der Verein 1990 gründete, wollte er Neuankömmlingen aus Lateinamerika an der Elbe Orientierung bieten. Mittlerweile hat sich das Profil erweitert. "Viele junge Hamburger lernen Spanisch, viele interessieren sich für Lateinamerika", sagt der Vorsitzende Vladimir Medalla. Ein Schwerpunkt der interkulturellen Arbeit ist daher der Jugendaustausch zwischen Deutschland, Venezuela, Kuba, Chile und Mexiko. Das Projekt soll eine Brücke zwischen Hamburg und Lateinamerika bauen. Ein Prinzip, das bei den vergangenen Festivals bereits funktionierte. Etwa 3000 Gäste verschiedenster Nationen und Altersgruppen kamen bisher jedes Jahr. "Wir wollen keine Gettobildung", erklärt Medalla. Und Hernandez ergänzt: "Wir möchten in der Stadt kulturell mitwirken." Und vor Ort, da darf dann auch Caipirinha getrunken werden.

  • Lateinamerikanisches Kulturfestival: 26.8., 19 Uhr (8 Euro ), ab 1 Uhr Party; 27.8., 14 Uhr (7/3,50 Euro ), Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64; Infos: www.ijel.debir

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