Sündenfall Eva H. und die Emanzipation
Hamburg. Wann hat es eigentlich aufgehört, dass die Vaterrolle für viele Männer attraktiv wurde? Warum wächst in Hamburg fast jedes vierte Kind bei einer alleinerziehenden Mutter auf? Männer wollen heute kernig, knackig und alles Mögliche sein. Aber Vater? Einer, der Orientierung gibt und Halt, der der wichtigste Mann im Leben seiner Tochter und ein Vorbild für seinen Sohn ist? Nur 26 Prozent der jüngeren Männer wollen Vater werden. Und auch jenseits der 40 raunen sie noch, "Süße, ich bin einfach noch nicht bereit für ein Kind!" Spaß haben und jung sein ist angesagt. Heute ist ein Vater oft nur so lange ein Vater, wie es ihm Spaß macht. Wenn Kind oder Mutter keinen Spaß mehr machen, gibt's ja den Dauerauftrag.
"Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman hat ein Buch geschrieben, dessen Hauptthesen sie im Magazin "Cicero" bereits veröffentlicht hat. Herman behauptet, die Emanzipation sei schuld an vielen gesellschaftlichen Missständen. Frauen sollen wieder Hausfrauenmutti sein, dann gibt's auch mehr Kinder. "Es ist selbstverständlich, dass Frauen etwas lernen, dass sie sich weiterbilden und Aufgaben auch außerhalb der Familie übernehmen, wenn sie das Talent dafür haben. Doch all das sollte in Maßen geschehen."
Nun ist Frau Herman alleinerziehende Mutter eines Sohnes und neben ihrer Tätigkeit bei der "Tagesschau" als Moderatorin und Buchautorin beschäftigt. Aufgaben, für die sie ihr Talent in Maßen bewiesen hat. Dreimal geschieden ist sie auch. Und wieder verheiratet. Unter all diesen Männern gab es keinen, der die Vaterrolle übernehmen wollte? Alle nur familienfaul und haushaltsscheu? Männer, die gern weggucken, sofern es sich nicht um eine Blondine handelt, die vorbeigeht?
Sicher, es steht uns nicht an, uns ins Privatleben anderer einzumischen. Jeder darf sein Leben so führen, wie er möchte, wenn er kann. "Sogenannte Vorzeigefrauen" sind "selbstgefällig und eitel", behauptet Herman. Was aber ist dann sie?












