Allee-Theater: Wagner-Oper zum Jubiläum
HAMBURG. 20 Opernpremieren von Händel bis E. T. A. Hoffmann (darunter einige wiederentdeckte Kostbarkeiten), 1275 Vorstellungen, eine Auslastung von knapp 65 Prozent, viel Idealismus und keinerlei Subventionen - das sind zehn Jahre Hamburger Kammeroper im Allee-Theater.
"Und was macht man, wenn man zehn Jahre alt wird, kein Geld hat und aus dem Privattheater-Projekttopf der Kulturbehörde nichts bekommt?" fragte Geschäftsführer Uwe Deeken anläßlich der Spielplan-Pressekonferenz mit bitterem Sarkasmus. Man versucht, so ambitioniert weiterzumachen wie bisher.
Zum Jubiläum wird im Allee-Theater Wagners frühe Oper "Das Liebesverbot" gegeben (Premiere am 1. November) - eine Komödie im italienisch-französischen Stil nach Shakespeares "Maß für Maß", die in ihrer Leitmotivik aber schon den späten Wagner erahnen läßt; und für Hamburg eine Novität, weil Wagners zweite Oper laut Recherchen der Deeken-Familie noch nie in der Stadt gespielt wurde. "Wir zeigen, wie Wagner angefangen hat", erklärt Regisseur Michael Leinert. Natürlich wurde Wagner gekürzt und bearbeitet, zweieinhalb Stunden wird das Ganze dauern. Für das Großprojekt ist erstmals sogar der Orchestergraben vergrößert worden.
Die zweite Neuproduktion in der Spielzeit ist Rossinis "La Cenerentola" (Premiere am 21. Februar 2007) - auch hier haben Klaus D. Jung die Musik und Barbara Hass den Text bearbeitet.
Die dritte Oper ist eine Wiederaufnahme: "Figaros Hochzeit" von Mozart, ebenfalls von Michael Leinert inszeniert, aber teilweise neu besetzt (erste Vorstellung am 15. September). "Aus finanziellen Gründen können wir nicht mehr als zwei Neuproduktionen machen", sagte Deeken: "Wir fühlen uns von der Kulturbehörde mißachtet."



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