Heide Simonis: Abschied von "Let's Dance"
KÖLN/KIEL. Auftritte auf politischer Bühne hat sie jahrelang beherrscht, doch das Showparkett war schnell zu glatt für Heide Simonis: Die frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein hat bei der RTL-Show "Let's Dance" ausgetanzt. Ein Kreislaufzusammenbruch habe sie zum Ausstieg gezwungen, hieß es am Sonntag auf ihrer Internetseite, "dieser kam infolge körperlicher Belastung und vor allem des medialen Drucks zustande". Knappe Worte, die einen Einblick in die Gemütslage der 62jährigen geben. Mit Häme und Spott waren ihre Auftritte überschüttet worden, von "Hoppel-Heide" ("Bild") bis "Lachnummer" ("Spiegel") reichten die Kommentare.
Warum tut sie sich das an? Diese Frage hatte sich die Öffentlichkeit bereits am Ende ihrer Amtszeit als Ministerpräsidentin gestellt. 2005 ließ die SPD-Politikerin im Kieler Landtag vier Wahlgänge über sich ergehen, bis doch CDU-Herausforderer Peter Harry Carstensen triumphierte. Ironie des Schicksals, daß Simonis nun bei "Let's Dance" das Los ereilte, trotz vernichtender Kritiken der Jury ("So als Zuckerpuppe von der Bauchtanzgruppe reicht es nicht.") bereits vier Wahlgänge gewinnen zu müssen.
Das Publikum, das mitentscheidet, wollte sie nicht gehen lassen. Ihr selbst, das legten Aussagen wie "Noch drei Runden tanzen, dann ist das Thema erledigt", nah, wäre eine Abwahl wohl recht gewesen. Da den Teilnehmern von RTL laut Vertrag ein Abbruch des Wettbewerbs verboten ist, darf man sich zumindest über das gute Timing des Kollapses wundern. Und darüber, daß Simonis einmal mehr vor dem fünften Wahlgang abgetreten ist. Diesmal allerdings hat ihr das paradoxerweise den Stimmengewinn erspart.












