"Kinder zum Olymp": Experten diskutierten über Kulturförderung in Europa
Hamburg. "Was in anderen europäischen Ländern längst Praxis ist, müssen wir erst mühsam lernen." Das, was Catarina Felixmüller vom Norddeutschen Rundfunk gleich zu Beginn des europäischen Kongresses zur kulturellen Bildung "Lernen aus der Praxis" in der Kampnagelfabrik feststellte, formuliert das Ziel der dreitägigen Tagung. Zum zweiten Mal veranstaltet die von der Kulturstiftung der Länder und der PWC-Stiftung ins Leben gerufene Initiative "Kinder zum Olymp" ein solches Get-together von Kulturschaffenden, Kulturpolitikern, Pädagogen und Wissenschaftlern. Ziel ist es, Wege zu einer umfassenden kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche aufzuzeigen. Lag beim ersten Kongreß in Leipzig der Fokus auf Deutschland, blickt man nun auf die Nachbarländer.
"Natürlich wissen Sie aus der Pisa-Diskussion, daß es viele Länder gibt, in denen kulturelle Bildung ein integrativer Bestandteil der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen darstellt", erklärte Isabel Pfeiffer-Poensgen, die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder. "Ich hoffe, daß Europäer lernen, voneinander zu lernen", meinte sie und ergänzte: "Erst einmal müssen wir in Deutschland an uns arbeiten, um die Defizite, die es bei uns gibt, auszugleichen." Wichtig sei beispielsweise eine enge Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Schulbehörden, damit ästhetische Erziehung neben dem kognitiven Lernen fester Bestandteil der schulischen Ausbildung wird, führte Kultursenatorin Karin von Welck und Mitbegründerin von "Kinder zum Olymp" aus. In Hamburg, fügte sie an, sei man schon dabei, eine Allianz zwischen beiden Behörden zu schmieden.
"Da ist Hamburg eine Ausnahme", kommentierte Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung. Dazu paßte es natürlich perfekt, daß der von der PWC-Stiftung ausgelobte und mit 50 000 Euro dotierte "Zukunftspreis Jugendkultur", der besonders innovative Kinder- und Jugendprojekte in Deutschland fördert, auch an ein Hamburger Projekt verliehen wurde. Neben vier weiteren Projekten aus Baden-Baden ("Education Program: Kolumbus"), Leipzig ("Buchkinder"), Fulda ("Kinderakademie") und Emden (MuseumsKunstKindergarten) wurde der "Jamliner" der Jugendmusikschule Hamburg und des MusikSchulVereins ausgezeichnet.
Auch bei der Projektbörse "Europäische Projekte und Organisationen stellen sich vor", schien es so, als hätten Hamburg und Deutschland auf dem Gebiet der Kinderkultur in Europa die Nase vorn. Überwiegend Hamburger sowie bundesdeutsche Initiativen präsentierten sich. Die Info-Stände anderer Länder, von denen wir ja etwas lernen sollen, waren hingegen sehr übersichtlich verteilt.













