Kultur-Herbst in der HafenCity: musikalisch, exotisch, spannend
Hamburg. Von den Holzbänken des Fachwerkhauses aus sehen die Augen direkt auf die Elbe. Und es gibt kein Glas, das den Blick aus den großen Fenstern trüben könnte. Dazu rieseln aus Lautsprechern Stimmen. Sie erzählen von Auswanderern, ihren Schicksalen. Von der Reise in eine neue Welt.
"Südwärts" heißt die Installation von Volker Lang, die seit einigen Tagen am Strandkai Besucher anlockt. Eins von mehreren neuen Kunstprojekten, mit denen die Hamburgische Kulturstiftung ihr im Frühsommer begonnenes Ziel fortsetzt, die HafenCity mit kulturellen Akzenten zu beleben. Der gemeinsame Nenner von Kunst und neu wachsendem Stadtteil ist schnell gefunden. Denn beide sind ständig im Fluß.
So bleibt nach dem Abschied von ersten kreativen Gehversuchen wie der "Hafencity Universitas" oder dem poetischen "Jahrmarkt des Abschieds" auch der Herbst in der HafenCity kulturell spannend.
Pünktlich zur Ebbe errichtet die Künstlerin Jaschi Klein derzeit ihre Installation "Wind- und Seezeichen" im Sand der Elbe. Fotografien der Arbeiten zeigt sie am 12. Oktober im KörberForum.
Auch unter dem großen Plastikzelt, das die Wilhelminenbrücke überspannt, tut sich was. Mit Schablonen und buntem Granulat verpaßt Frank Raendchen der Brücke ein orientales Blumenmuster, das am 26. September fertig sein soll. Fünf Jahre lang wird der "Steinerne Orientteppich" dann ein Quentchen Exotik in die HafenCity zaubern.
Einen Vorgeschmack auf die neue Elbphilharmonie gibt es am 30. September, wenn das Ensemble Resonanz die Hallen des Kaispeichers A zum Klingen bringt. Wer schließlich die HafenCity zu Fuß und mit intellektuellem Ohrenschmaus erkunden möchte, kann sich vom 1. Oktober an im Kesselhaus oder im KörberForum einen MP3-Player inklusive Lageplan ausleihen. Die Kopfhörer dirigieren Spaziergänger beim "Klang.Gang" mit einem Mix aus Informationen, Geräuschen und Zitaten.
Die Kreativität hat dem jungen Stadtteil bislang gutgetan. Das spüren auch Katharina Kohl und D. G. Reiß, die mit ihrem "Kunst-Imbiss" am Kaiserkai bereits seit zwei Monaten Kulturhäppchen wie Kunstpostkarten, Bilder und kreativ gestaltete Süßigkeiten unters Volk bringen.
"Viele Leute kommen zufällig vorbei und sind überrascht, in der HafenCity Kunst zu finden", erzählt Katharina Kohl. "Gerade das schürt ihr Interesse an den Projekten und dem Stadtteil." Ein Effekt, der nun in die Zukunft getragen werden muß. Mit 300 000 Euro haben die Hamburgische Kulturstiftung, die HafenCity Hamburg GmbH und die Körber-Stiftung die Kunst-Projekte in diesem Jahr unterstützt. "Was genau wir 2006 machen, ist zwar noch offen", sagt Kirsten Wagner, stellvertretende Geschäftsführerin der Kulturstiftung, "aber langfristiges Ziel bleibt es, Künstler und Publikum in die HafenCity zu locken und sie zu motivieren, diesen Ort mitzugestalten."



Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




