Kulturförderung mit heißer Luft
HAMBURG. Das sind gleich drei Dinge auf einmal: ein neuer Blick auf Hamburg, Abenteuer und Kulturförderung - ab heute für jeden. Denn um 12 Uhr tauft Kultursenatorin Karin von Welck Hamburgs ersten Fesselballon, der mit 23 Meter Durchmesser der größte weltweit ist - zusammen mit dem in Disneyland Paris. Ab 16 Uhr ist er dann fahrbereit für alle, die hoch hinaus wollen.
Bis zu dreißig Passagiere können gleichzeitig in die Luft gehen. Wie viele genau mitdürfen, wird von Fahrt zu Fahrt entschieden und hängt vom Wind ab, denn Sicherheit steht für die Betreiber an erster Stelle. Wegen der Wetterabhängigkeit ist es auch nicht möglich, Reservierungen anzunehmen.
Häufigste Frage aller Ballon-Bewunderer bisher: Was passiert, falls das 180 Meter lange und 22 Millimeter dicke Stahlseil, das immerhin 45 Tonnen halten kann, reißen sollte? Dann fliegt der ausgebildete Pilot den High Flyer wie einen Heißluftballon weiter und landet ihn, indem er langsam Gas aus dem Ballon läßt. Es ist an alles gedacht. Sogar an ein Notstromaggregat, damit die Passagiere auch bei Stromausfall sicher auf den Boden zurückkommen.
Der Hamburger "High Flyer" ist der einzige, der auch nachts aufsteigt: Bis Mitternacht kann der Blick über Hafen, Speicherstadt, Alster und Innenstadt genossen werden. Dazu hat der Ballon eine Extragenehmigung vom Hamburger Luftfahrtamt, alle anderen Ballons müssen spätestens bei Sonnenuntergang gelandet sein.
Und was hat Hamburgs neuestes Fahrgeschäft mit Kulturförderung zu tun? "Der Ballon lockt jeden Touristen auf die Kulturmeile, die zwischen Kunsthalle und Deichtorhallen entsteht", sagt Farhad Vladi, dessen Idee der Kuturballon ist und der ihn vorfinanziert hat.
Mit dem Ticket für den "High Flyer" kommt der kunstinteressierte Ballonfahrer zu vergünstigtem Eintritt in die Ausstellungen der Deichtorhallen. Sobald die Refinanzierung des etwa zwei Millionen Euro teuren Kulturballons abgeschlossen ist, wird er den Deichtorhallen übergeben, der Gewinn fließt dann in deren Kasse. Außerdem wird der Ballon selbst zum Kunstwerk: Heute beginnt der Kunstwettbewerb von Vladis "Götze Land & Karte" und Hamburger Abendblatt zur Gestaltung der bislang weißen Kugel.
Kulturförderung ist Farhad Vladi wichtig: "Menschen, die sich sonst nicht verstehen, finden in der Kunst eine gemeinsame Sprache, und das ist die beste Basis für Frieden."
Öffnungszeiten: 10 bis 24 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon: 30 08 69 69 oder im Internet unter www.highflyer-hamburg.de



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