Die Hülle soll schön und bunt werden
Kulturballon: Ein schwebendes Kunstwerk. Noch steigt der Fesselballon an den Deichtorhallen weiß in den Himmel. Das wird sich ändern.
HAMBURG. Erst ruckt es, dann schwankt es, und während man noch überlegt, ob einem jetzt besser mulmig werden sollte, erstaunt einen der herrliche Blick auf Hamburg. Und am 13. September ab 16 Uhr ist Hamburgs High-Flyer - ein Fesselballon, der sich vor den Deichtorhallen 150 Meter über die Stadt aufschwingt - für jeden fahrbereit. Um 12 Uhr tauft ihn Kultursenatorin Karin von Welck, der Name ist noch nicht bekannt, sie bringt ihn erst zur Einweihung mit. Hamburg ist die 32. Stadt weltweit, die einen High-Flyer hat. Und es hat zusammen mit Disney-Land Paris den größten. Bis zu 30 Personen können mitfahren.
Doch dieser Ballon ist mehr als eine neue Attraktion für Hamburg, er wird den Deichtorhallen eine finanzielle Hilfe sein, und er soll ein riesiges Kunstwerk werden: Am 13. September startet nämlich der Kreativwettbewerb "Hamburgs höchstes Kunstwerk" von "Vladi Private Islands" und dem Hamburger Abendblatt für Künstler, Grafiker und Designer. Bis zum 30. November haben sie die Möglichkeit, für den noch weißen Ballon eine schöne bunte Haut zu entwerfen, ihn also auch äußerlich zum Kulturballon zu machen. Die einzigen Vorgaben: Auf den ersten Blick soll der Bezug zur Stadt erkennbar sein, und drei Flächen für die Logos von Werbepartnern müssen integriert sein.
Den Favoriten bestimmt eine Jury, die sich zusammensetzt aus Vertretern der Hamburger Kulturbehörde, der Oberbaudirektion, der Presse, des Bezirksamts Hamburg-Mitte und der Luftfahrt-Industrie plus einem Hamburger Künstler und dem High-Flyer-Piloten. Der ausgewählte Entwurf wird binnen sechs Wochen auf eine Hülle für den Ballon gedruckt. Außerdem werden alle eingereichten Entwürfe im Dezember im Foyer der Deichtorhallen ausgestellt.
Die Idee zum Kulturballon hatte "Inselmakler" Farhad Vladi bereits 2003 entwickelt. Von einer Fahrt mit dem Berliner High-Flyer noch ganz beeindruckt, überlegte er bei einem Abendessen mit Bürgermeister Ole von Beust, auf welchen Wegen man der Kultur zu Geld verhelfen kann. Da kam Vladi die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt: Von den Eintritten und Werbegeldern sollen zunächst die Kosten für den Ballon beglichen werden und anschließend, Vladi schätzt nach etwa zwei Jahren, wird das Geld in die Kasse der Kultur fließen. Die damalige Kultursenatorin Dana Horakova war von der Idee sofort begeistert.
Allerdings stellte sich bald heraus, daß der geplante Standort auf dem Plateau zwischen alter und neuer Kunsthalle nicht geeignet ist. Die Idee verschwand in der Schublade. Bis Karin von Welck den Vorschlag machte, den Ballon vor den Deichtorhallen zu installieren. Und tatsächlich: Dort ist genug Platz für den High-Flyer.
Nach zwei Jahren Planung und umfangreichen Baumaßnahmen wurde der Ballon am vergangenen Wochenende aufgebaut. Jetzt werden die Piloten von den Profis der High-Flyer-Entwicklungsfirma "Aerophil" genauestens instruiert und auf jede Situation vorbereitet, denn die Sicherheit steht an oberster Stelle. Da kann man als alter oder zukünftiger Ballonfahrer nur sagen: "Glück ab, gut Land."
* Fahrten mit dem High-Flyer ab 13.9. um 16 Uhr tägl. 10-24 Uhr, Deichtorstraße 1-2, Eintritt 8-15 Euro. Weitere Informationen im Internet unter www.highflyer-hamburg.de Informationen zum Wettbewerb unter www.maps-travel.de, Teilnahmeunterlagen im Souvenir-Shop direkt am High-Flyer oder bei Dr.Götze Land & Karte GmbH, Alstertor 14-18.




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