Die Frau vom Meer
Fachwechsel: Als Senta debütiert Hellen Kwon in ungewohnter Rolle.
Hamburg. Die Hamburger kennen sie aus vielen Rollen, als Olympia und Adele, Sophie und Donna Anna, Gilda und Susanna, Blonde oder Fiordiligi und natürlich als Königin der Nacht, mit der alles begann und sie auf Anhieb berühmt machte: Hellen Kwon. Jetzt geht die südkoreanische Sopranistin, Wilhelm-Oberndörffer-Preisträgerin 1985 und von Rolf Liebermann seinerzeit an die Dammtorstraße geholt, neue Wege: In Richard Wagners "Fliegendem Holländer" gibt sie demnächst ihr Rollendebüt als Senta. Es ist eine Partie, die seit Wieland Wagner in Bayreuth 1958 mit Leonie Rysanek bis heute immer wieder hochdramatisch besetzt wird. Was nicht zuletzt daher rühren mag, daß Wagner selbst in den "Mitteilungen an meine Freunde" anno 1851 sein Opus als "dramatische Ballade" beschrieben hatte.
Wie sie darauf kam, schilderte Hellen Kwon jetzt dieser Zeitung: "Es war Intendant Louwrens Langefoort, der mich fragte. Ich war natürlich baff und habe überhaupt nicht geglaubt, daß er es ernst meinte mit diesem Angebot. ,Du mußt langsam mal Abschied nehmen von den Adelen', hatte er gesagt, und da es mit der ,Butterfly' ja auch schon ganz gut geklappt hatte, sagte ich mir ,Warum eigentlich nicht'?"
Jetzt hat sie die Rolle der Kapitänstochter, die den fluchbeladenen Holländer erlösen will, indem sie ihm ins Meer folgt, einstudiert. Die Arbeit an der Partitur ließ sie fragen "Wo steht eigentlich geschrieben, daß die Senta ihre Ballade so hochdramatisch angehen soll? Im Original schreibt Wagner mezzopiano vor, das heißt doch nicht, daß die Senta die Mädels in der Spinnstube anbrüllen muß ,Hört, was ich rate'. Da meine Stimme sehr gut trägt, kann man das ruhig auch mal lyrisch singen."
In Marco Arturo Marellis Inszenierung von Wagners romantischer Oper aus dem Januar 1996 singen Terje Stensvold die Titelpartie, Simon Yang den Daland und Glenn Winslade den Erik. Philippe Auguin dirigiert das Philharmonische Staatsorchester.
25. Februar, 19,30 Uhr. Weitere Vorstellungen am 4., 13. und 16. März.




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