Promis, Rum und kubanische Lebensfreude
Premiere der Kuba-Revue "The Bar at Buena Vista".
Hamburg. "Lorenzo ist auch da!", wisperte ein Mädchen am Dienstagabend aufgeregt neben dem roten Teppich der Fliegenden Bauten. Giovanni di?! "Nee, der von ,Deutschland sucht den Superstar'!" Ach so. Dann flanierte auch schon Blümchen vorbei, und irgendwo posierte Ralf Möller. Der durfte irgendwann mal einen Gladiator im Hollywood-"Gladiator" spielen und ist seither auf deutschen Filmpremieren für Internationalität zuständig.
Und international sollte es auch bei der Premiere der Kuba-Revue "The Bar at Buena Vista" zugehen, wobei der kommunistische Teil des Abends ganz klar die rote Fahne vorn hatte. Rum in Flaschen, Limettenschnitze in Schälchen - und tonnenweise Lebensfreude auf der Bühne ließen den Hanseaten im Publikum keine Chance, ihre angeborene Steifheit beizubehalten.
Inspiriert von großformatigen Schwarz-Weiß-Porträts der Altstars des "Buena Vista Social Club", wirbelten drei Tänzerinnen über die Bühne, die es an Schönheit (oder zumindest: an Heißblütigkeit) leicht mit jeder Bacardi-Werbung aufnehmen können. Schlitzohrige Greise verblüfften an ihren Instrumenten mit Fingerfertigkeit, und den Hüftschwung des 86-jährigen Reynaldo Creagh beim "Buena Vista"-Hit "Dos Gardenias" macht ihm so schnell keiner nach. Der Schreck des frühen Abends - Percussionist Carlos Gonzalez war mit Magenschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden und verpasste die Premiere - entspannte sich: Er konnte wieder entlassen werden und wird wohl schon morgen wieder auftreten können.
Auf der Bühne glich die Show also einer gelungenen Party, während im Foyer die Party auch Show war. Und wer ihn verpasst hat: Der im weißen Jackett, links vorn im Parkett, der da so wild tanzte - das war Lorenzo.



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