5000 Opfer im Jahr
Offizielle Statistiken gibt es nicht, aber nach einer Studie des UNO-Weltbevölkerungsberichts werden jedes Jahr etwa 5000 Mädchen und Frauen weltweit im Namen der Ehre ermordet. Die vermutete Dunkelziffer ist ungleich höher. Obwohl es sich bei diesen Verbrechen nicht um religiös motivierte Vergehen handelt, finden die meisten Morde in islamisch dominierten Bevölkerungsgruppen und Ländern statt, darunter Pakistan, die Türkei und Jordanien. Aber auch in Brasilien, Ecuador oder Italien kommen "Ehrenmorde" vor, und sogar Fälle aus Deutschland - vor allem aus dem Migrantenmilieu - sind bekannt.
Für eine Frau ist es leicht, die Familienehre zu verletzen: Indem sie den von der Familie auserwählten Mann ablehnt, indem sie einen gewalttätigen Ehemann verlässt - oder auch nur in den Verdacht kommt, etwas davon tun zu wollen. Wird eine Frau vergewaltigt, hat ebenfalls sie und nicht etwa der Täter die Ehre der Familie verletzt.
Die Frauenrechtsorganisation "Terre des femmes" will die deutsche Bevölkerung ab November 2004 mit der Jahreskampagne "NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre" besonders für dieses Thema sensibilisieren. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.terre-des-femmes.de oder unter www.surgir.ch (msch)




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