Hamburg. Die Eva des modernen Adams ist eine elektronisch gesteuerte Wunschmaschine. Aber Alan Ayckbourn wäre nicht der Meister der sarkastischen Comedy, fände er nicht am Traum seiner männlichen Geschlechtsgenossen den Pferdefuß: Zum Finale seiner Mediensatire "Ein komisches Talent" emanzipiert sich der bildhübsche Automat JCF 3133 und übernimmt das Kommando: "An die Arbeit!" Die hat das Altonaer Theater diesmal mit der Besetzung und Frank-Lorenz Engels Inszenierung des 1997 verfassten Stückes erstklassig geleistet. Andrea Lüdke erntet Jubel für ihren attraktiven wie komischen Schauspielroboter. Die Idee ist nicht abwegig: TV-Serien zu mimen kann so stereotyp sein, dass ebensogut herz- und hirnlose Maschinen den Schrott darstellen können. Chandler (Niels Hansen), ein Regisseur alter Schule, hat damit allerdings seine Probleme. Erst als der romantische Autor Adam (Marcus Brien) ins Studio schneit, kommt Leben und Liebe in die Geschäftsroutine an der Kandare von Meike Hartens bösartiger Bossin Carla. Der Schreiberling verliebt sich in die Puppe, bringt zwar ihre Systeme außer Kontrolle, bewahrt sie aber vor der Zerstörung. Ayckbourn kritisiert zugleich bissig und witzig die fern(seh)gesteuerte Mediengesellschaft. Das Ensemble - mit Edgar Bessen als Hypochonder von einem Tycoon, Hannelore Droege, den couragierten Producer-Lesben Katrin Gerken und Stefanie Liersch, Klaus Falkhausen und Marcus Just - hat seine wahre Freude dran. Auch das Publikum. An diesem intelligenten, flott inszenierten Spaß.itz