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Kultur & Live

Schmidt boykottiert Kerner

Hamburg. Hat Johannes B. Kerner in seiner Sondersendung zur Bluttat von Erfurt jedes Fein- und Taktgefühl vermissen lassen? Fest steht, dass er in der abendlichen Live-Sendung am Tag des Amoklaufs u. a. einen elf Jahre alten Jungen als Tatzeugen in Erfurt interviewt hatte; mehrmals fragte er nach, wie dieser den Tathergang erlebt habe. SAT.1-Entertainer Harald Schmidt ging das offenbar zu weit. Und weil Kerner am 24. Mai in Hamburg die Verleihung des Medienpreises "Goldene Feder" moderiert, hat Schmidt sein Kommen schriftlich abgesagt. "Bild" zitiert ihn mit den Worten: "Angesichts der jüngsten medialen Außenwirkungen von Herrn Kerner können wir uns unter keinen Umständen vorstellen, einen Preis in seiner Anwesenheit entgegenzunehmen." Schmidt soll den Preis des Heinrich Bauer Verlags gemeinsam mit seinem Redaktionsleiter Manuel Andrack bekommen. Das ZDF verteidigt seinen Moderator gegen Schmidts Kritik: "Kerners Fragen waren einfühlsam und angemessen", sagte gestern ZDF-Sprecher Philipp Baum. Er warf Schmidt vor, "einen unnötigen Streit angesichts der furchtbaren Geschehnisse in Erfurt" begonnen zu haben. Er vermute, dass Schmidt Kerner wegen dessen höherer Quoten angreife. Der Bauer Verlag will an Kerner als Moderator festhalten. Sprecher Andreas Fritzenkötter: "Johannes B. Kerner moderiert die Verleihung schon fast traditionell. Bei den Gästen, die überwiegend kritische Medienleute sind, kommt er an."HA

 

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