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Kultur & Live

Haus im Park: Peymanns Maßanzug

Hamburg. "Geht natürlich eigentlich nicht. Aber ich will es doch machen." Der Satz stammt von Claus Peymann, könnte aber auch von Nikolaus Besch sein. Besch, seit September 1997 Intendant des Bergedorfer Theaters Haus im Park, setzt sich mit jedem neuen Programm Ziele, die unerreichbar erscheinen. Wenns dann doch gelungen ist, wird die Messlatte im kommenden Jahr wieder ein bisschen höher gelegt. Inzwischen ist die Bergedorfer Provinz eine gute Theateradresse: Ensembles der Wiener Burg, des Berliner Ensembles (BE), des Schauspielhauses Bochum und viele andere mehr sind hier regelmäßig zu Gast. Hamburger Theaterfans können am Stadtrand sehen, wovon in überregionalen Feuilletons die Rede ist. Selbstverständlich kann Besch nur ambulante Produktionen einkaufen, die mit den Bergedorfer Verhältnissen klarkommen. Doch in diesem Jahr hat der Intendant mit der Verpflichtung von Peymann einen neuen Coup gelandet: Der Regisseur und BE-Chef wird seine Inszenierung von Lessings "Nathan der Weise" (mit Peter Fitz in der Titelrolle) extra für Bergedorf einrichten (1.-4. 11.). Besch konnte seiner Neigung zu Thomas Bernhard diesmal gleich doppelt nachgehen, weil er zwei Inszenierungen entdeckte, die seinen Ansprüchen genügten. Eröffnet wird die Saison am 23. 10. mit Bernhards Stück "Der Schein trügt", einem verbalen Schlagabtausch für zwei Schauspieler-Granden (oder Grantler?). Noch spektakulärer ist die One-Man-Show von Gert Voss, der "Elisabeth II." in ein furioses Solo verwandelt (12./13.12.). Sven-Eric Bechtolf, alter Bekannter vom Thalia, will den Hamburgern im Februar 2004 zeigen, wie er - im Kontrast zur aktuellen Schauspielhaus-Version - Schnitzlers "Reigen" sieht. Dabei sein wird in der Burg-Inszenierung Birgit Minichmayr. Weitere Highlights versprechen Dieter Mann vom Deutschen Theater Berlin in Thomas Manns "Fülle des Wohllauts" (28./29. 11.), die Münchner Metropol-Erfolgsinszenierung "I Hired A Contract Killer" nach Aki Kaurismäkis Film (15./16. 5.) und Ibsens "Hedda Gabler" aus Bochum (Regie: Ernst Stötzner, 23.-25. 4.). Im üppigen Kabarett-Programm wird neben Hildebrandt, Schramm, Richling und Schroth Tausendsassa Michael Quast mit drei Programmen vertreten sein. Fürs Musik-Entertainment sorgen Ulrich Tukur plus Rhythmus Boys und das Sextett Hudson Shad mit einem Weill-Abend.

  • Kartenvorbestellung: Tel. 72 50 36 00.

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