Berlin stiehlt Bonn die Schau
Knapp zwanzig Jahre ist es her, dass sich das Pekinger Palastmuseum in Berlin mit der grandiosen Ausstellung "Schätze aus der Verbotenen Stadt" präsentierte. Jetzt betritt Taipeh die Hauptstadtbühne, obwohl oder gerade weil die Bundesrepublik Taiwan die Anerkennung aus Rücksicht auf die Volksrepublik China nach wie vor verweigert. Eigentlich sollten die "Schätze der Himmelssöhne" nur in der Bundeskunsthalle in Bonn gezeigt werden. So hatte man es vor zehn Jahren verabredet. Erst im Zuge der Vorbereitungen hat den Taiwanesen dann offenbar gedämmert, dass Bonn nicht Berlin ist, jedenfalls verlangten sie 1998 plötzlich, die Ausstellung müsse auch in Berlin zu sehen sein. In Bonn war man verschnupft, in Berlin gab es ein längeres Hin-und-Her wegen des Ausstellungsortes, bis schließlich die Staatlichen Museen zugriffen. Deren Generaldirektor Klaus-Peter Schuster hat bei der Eröffnung übrigens elegant gesagt, "natürlich" gehörten diese Schätze der gesamten Menschheit. Die Bonner Organisatoren, die die ganze Arbeit (vor allem die diplomatische) gemacht haben, müssen nun damit leben, dass ihnen Berlin die Schau stiehlt. Am Rhein zeigt man die Schätze aus Taipeh vom 21. November bis zum 15. Februar.













