Medien-Macher
Kündigungswelle bei Hamburger Agenturen
Die Wirtschaftskrise hat die Werbung erreicht. Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt haben sich allein Hamburger Agenturen seit dem Jahreswechsel von bis zu 70 Mitarbeitern getrennt. Bei TBWA mussten, so erzählen es Mitarbeiter, 30 Beschäftigte gehen. Ein Agentursprecher sagt, es habe nur 16 Kündigungen gegeben. DraftFCB trennte sich nach Angaben von Geschäftsführer Peter John Mahrenholz von "weniger als 20 Mitarbeitern". Hintergrund könnte ein neuer Vertrag mit dem Kunden Beiersdorf (Nivea) sein, der sich bisher an TBWA und DraftFCB gebunden hatte. Künftig kann das Unternehmen aber auch andere Agenturen beauftragen. Der TBWA-Sprecher will das nicht bestätigen, während Mahrenholz sagt, DraftFCB werde künftig "eher mehr als weniger" für Beiersdorf arbeiten. Die Kündigungen hätten konjunkturelle Gründe. Auch bei Jung von Matt gibt es Entlassungen. Die Agentur trennt sich von etwa 20 Mitarbeitern. "Auch unsere Kunden streichen ihre Budgets zusammen", sagt Personalchefin Inka Wittmann.
Neue Chefredakteurin von "Maxi", der monatlich erscheinenden Frauenzeitschrift der Bauer Media Group wird zum 1. Juni Bettina Billerbeck. Die 35-Jährige ist bisher stellvertretende Chefredakteurin von "myself", dem monatlichen Frauenmagazin aus dem Hause Conde Nast. Der Chefredakteursposten bei "Maxi" ist derzeit vakant. Seit vergangenen September firmiert Stephan Schäfer, der bis dahin Chefredakteur war, als Herausgeber. Er hat mit dem Ex-Bauer-Manager Olaf Köhnke die Agentur ringdrei gegründet und wird den Verlag nach dem Amtsantritt Billerbecks verlassen.
Bei der Essener WAZ-Gruppe gibt es offenbar Überlegungen, die Zeitschriften des Hauses am Standort München zusammenzufassen. Bisher gibt der Verlag auch in Düsseldorf Magazine heraus. Den dortigen Mitarbeitern soll bedeutet worden sein, die Standortfrage sei offen. Fest steht, dass die Düsseldorfer aus ihrem baufälligen Verlagshaus an der Adlerstraße ausziehen werden. Mehr ist nach Angaben eines Verlagssprechers nicht entschieden. Sollte es aber zu einer Bündelung der Zeitschriften kommen, wofür viel spricht, ist es nach Ansicht von WAZ-Managern ausgeschlossen, dass die Münchner Titel an den Rhein ziehen. In der bayerischen Landeshauptstadt arbeiten etwa 200 Mitarbeiter für 28 Blätter, zu denen der "Gong", "die aktuelle" und "Frau im Spiegel" gehören. In Düsseldorf erscheinen dagegen nur vier Magazine.
Jakob Augstein, Verleger der Wochenzeitung "Freitag", zieht zwei Monate nach dem kompletten Relaunch, den er seinem Blatt verordnet hatte, eine erste Bilanz: Der Einzelverkauf der ersten drei überarbeiteten Ausgaben habe sich im Vergleich zum Vorjahr, als nur gut 1800 Exemplare am Kiosk abgesetzt wurden, nahezu versiebenfacht. Die Abos entwickelten sich stabil. Die von manchen befürchtete Kündigungswelle der Altleser sei ausgeblieben. Ausgeblieben ist aber auch die von Augstein erhoffte Belebung des Anzeigengeschäfts. Der Verleger führt dies auf die Wirtschaftskrise zurück. Allerdings würden die fehlenden Werbeeinahmen durch die dank des guten Einzelverkaufs höheren Vertriebserlöse kompensiert. Auch mit der völlig überarbeiteten Website des "Freitag" ist Augstein zufrieden. Besonders freut ihn, dass die Beiträge der User eine so hohe Qualität hätten, dass sie mittlerweile 20 Prozent des Angebots ausmachten.




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