Starkes Spielfilmdebüt
Ist das Blutbad zu verhindern?
In „Zelle“ erzählt der Kölner Regisseur Bijan Benjamin vom geplanten Anschlag einer islamistischen Terrorgruppe auf das Kölner U-Bahn-Netz.
Foto: Renaissance Medien
Irgendwo in Köln: Tariq, ein streng gläubiger Iraker, hat vor ein Zeichen zu setzen. Gemeinsam mit drei Gesinnungsgenossen einem verschuldeten türkischen Taxifahrer, einem traumatisierten Kriegveteran aus Sarajewo und einem zum Islam konvertierten deutschen Studenten - plant er einen Sprengstoffanschlag in der U-Bahn. Aufgeputscht durch im Internet kursierende Videos will die Gruppe den Terror nach Deutschland bringen und sieht sich in der Tradition der islamistischen Attentäter von New York, London und Madrid. Allerdings ist die Polizei bereits auf die Gruppierung aufmerksam geworden und hat einen Undercover-Ermittler eingeschleust, der konkrete Informationen über den geplanten Anschlag liefern soll. Lässt sich das Blutbad verhindern?
Mit "Zelle", seinem ersten Langfilm, ist dem Filmstudenten Bijan Benjamin gleich ein Volltreffer gelungen. Inspiriert von tatsächlichen Ereignissen (die Kofferbomber von Köln), entwickelt Benjamin ein beklemmendes Szenario mit hoher Plausibilität, das gleichermaßen von einem gut entwickelten Drehbuch und authentischen Darstellern lebt. Nicht ideologische Rhetorik oder oberflächliche Dramatisierungen liefert Benjamin, der Hans W. Geissendörfer ("Lindenstraße") als Produzenten gewinnen konnte, sondern einen in sich geschlossenen Politthriller, der schockiert ohne auf Schockeffekte zu setzen.
Zelle Deutschland 2007, 89 Minuten, ab 16 Jahren, R: Bijan Benjamin, D: Yunus Cumartpay, Erkan Gündüz, Atilla Oener, Kasem Hoxha, Aurel von Arx; bereits erhältlich
Bewertung: sehenswert





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