Klassiker von Ellington bis Jarrett und starke Eigenkompositionen
Nur körperlich ein Leichtgewicht
Mit „Abyss“ liefert die japanische Pianistin Chihiro Yamanaka eines der Jazz-Alben des Jahres ab.
Foto: Universal
Jazz-Trios mit der Besetzung Piano, Bass, Schlagzeug gibt es wie Sand am Meer, da muss schon etwas Besonderes geboten werden, um aus der Masse der Bill-Evans-Epigonen herauszuragen. Dass eine junge, hübsche Japanerin am Piano sitzt, mag helfen, reicht aber nicht letztlich entscheiden doch Originalität und technische Finesse. Zwei Felder, mit denen Chihiro Yamanaka kräftig punkten kann. In ihrer Heimat hat sie schon jede Menge Alben veröffentlicht, doch in Deutschland sind die nur als teure Importe erhältlich. Doppelt schön, dass die aktuelle CD "Abyss" ganz regulär zu haben ist.
Kompositionen von Keith Jarrett ("Lucky Southern"), John Coltrane ("Giant Steps") und Duke Ellington ("I’m Gonna Go Fishin’") drückt das nur körperliche Leichtgewicht ihren Stempel auf, vor allem aber überzeugt sie durch starke Eigenkompositionen, die das Zeug zu echten Jazz-Standards haben und bei denen sie sich bisweilen gerade zu in einem Rausch zu spielen scheint so dezent wie kompetent begleitet von Bassist Viscente Archer und Schlagzeuger Kendrick Scott. Gewiss eines der Modern-Jazz-Alben des Jahres!
Chihiro Yamanaka: Abyss (Universal)
Bewertung: hörenswert





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