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Kultur & Live

E-Musik: Zukunftsperspektiven

Wie man Klassik-Muffel bekehrt

53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind prinzipiell offen für klassische Musik, aber nur sechs Prozent gehen regelmäßig in Konzerte, Oper und...

Hamburg. 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind prinzipiell offen für klassische Musik, aber nur sechs Prozent gehen regelmäßig in Konzerte, Oper und Ballett - und die sind im Durchschnitt 63 Jahre alt: So lauten die statistischen Befunde einer aktuellen ARD-Umfrage. Mit diesen Daten konfrontierte Reinhard Flender seine beiden Diskussionsgäste, Generalmusikdirektorin Simone Young und Symphoniker-Intendant Daniel Kühnel, im Rahmen einer randvollen Ringvorlesung der Hamburger Hochschule zum Thema "Zukunftsperspektiven der Kultur". In einem munteren Gespräch - das durch einige Zwischenfragen aus dem Publikum aufgelockert wurde - gingen die beiden der Gretchenfrage des Klassik-Betriebs nach: Wie man wohl noch ein paar mehr von den 53 Prozent Nicht-Abgeneigten einfangen oder sogar die 47 Prozent bekennenden Muffel bekehren könne. Ein Wunderlockmittel gibt es natürlich auch in Hamburg nicht, aber doch schon eine Reihe von vielversprechenden Versuchsballons: Youngs Philharmoniker etwa laden im Anschluss an die montäglichen Konzerte zu einer Szene-Lounge, die Symphoniker bieten Lunch-Konzerte an; außerdem gibt es bei beiden Orchestern (auch beim NDR) eine vielfältige Nachwuchsarbeit. Ganz wichtig, so Young und Kühnel unisono, sei die Präsenz der Musiker bei allen Bürgern und in allen Lebensbereichen. Deshalb dirigiert die Generalmusikdirektorin am 2. März eine Brahms-Sinfonie auf dem Michel-Turm, bei der ihre Musiker in der ganzen Stadt verteilt sind. Darüber hinaus betonten beide die Bedeutung spannender Programme - inklusive Neuer Musik - und guter Präsentationsformen, ohne hier weiter ins Detail zu gehen. Manchmal geht es aber offenbar auch um ganz simple Vorbehalte: Wie Kühnel berichtete, haben sich schon einige Zuhörer gewünscht, dass der Dirigent vor Konzertbeginn kurz "Guten Abend" sagt. So einfach kann's gehen, wer hätte das gedacht. Einen schönen Tag noch!Stä

 

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