Kein Spielort für das Theater Schachar
Hamburg. Die jüdische Privatbühne von Daniel Haw ist ab Ende dieses Jahres wieder einmal obdachlos. Der zum Monatsende auslaufende Kooperationsvertrag mit dem Altonaer Stadtteilkulturzentrum "Haus Drei" wurde nicht mehr verlängert. Dort findet nun am 13. Dezember die letzte Vorstellung von Haws Produktion seines Stückes "Gojim" statt. Auch finanziell befindet sich das Theater Schachar in einer desolaten Situation. "Wir sind nicht hoch verschuldet, aber für uns reicht das", erklärt Haw, ohne genaue Zahlen zu nennen. Ihm wurde bereits Anfang des Jahres die Hälfte der Auftrittstermine gestrichen: "Mit der Begründung, wir seien im Programm schon überrepräsentiert."
Haw sieht jedoch einen Hoffnungsschimmer: Ab Frühjahr 2003 übernimmt die Jüdische Gemeinde Hamburg die Talmud-Thora-Schule am Grindelhof. "Für uns wäre der Spielort ideal." Im derzeit vom Fachbereich Bibliothekarswesen genutzten Gebäude sollen zunächst die jüdische Schule und ein Jugendzentrum untergebracht werden. Über die weitere Nutzung der Räume muss noch der Vorstand der jüdischen Gemeinde entscheiden. Die Integration vieler Bereiche aus dem jüdischen Gemeindeleben ist vorgesehen. Ob das Theater Schachar Platz finden wird, ist unklar.
Daniel Haw plant nun die kommenden Monate mit Gastspielen in Hamburgs Umland zu überbrücken. Er arbeitet an einem Abend über Leben und Lieder der Chansonsängerin Barbara. Auch sein Stück "Waldo und Schmerl" sowie "Gojim" und die szenische Lesung "Die Hölle der Mädchen" sind für Buchungen verfügbar. Der Theaterleiter probt jetzt auf Hochtouren: Denn bald fehlen ihm auch die Probenräume.



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