Die von der EU geförderte digitale Online-Bibliothek "Europeana" ist gleich zu ihrem offiziellen Startschuss an übergroßem Interesse gescheitert.
Brüssel. Die von der EU geförderte digitale Online-Bibliothek "Europeana" ist gleich zu ihrem offiziellen Startschuss an übergroßem Interesse gescheitert. Eigentlich sollten Internetnutzer über www.europeana.eu in allen Sprachen Zugriff auf mehr als zwei Millionen Bücher, Landkarten, Fotografien, Archivdokumente und Filme aus Bibliotheken und Kulturinstituten aller 27 EU-Staaten erhalten. Dazu gehören etwa Dantes "Göttliche Komödie", Vermeers Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge", historische Dokumente wie die britische Magna Carta, Musikstücke und Manuskripte von Beethoven, Mozart oder Chopin oder Fotos vom Fall der Berliner Mauer. Die Server des virtuellen Bibliotheksportals seien jedoch unter der großen Nachfrage zusammengebrochen, sagte Kulturkommissarin Viviane Reding am Donnerstag beim Treffen der EU-Kulturminister in Brüssel.
Man verzeichnete stündlich mehr als zehn Millionen Anfragen auf das Portal und habe die Eingangsseite deshalb vorübergehend vom Netz nehmen müssen, um die Kapazitäten auf sechs Server zu verdoppeln. Trotz der Maßnahme war das Online-Portal am Donnerstag mehrfach nicht zu erreichen.
An dem Projekt beteiligen sich nach Kommissionsangaben mehr als 1000 Kulturorganisationen aus ganz Europa. So hätten der Louvre in Paris und das Rijksmuseum in Amsterdam digitalisierte Gemälde und Objekte bereitgestellt. Für den Ausbau von "Europeana" sollen in den kommenden Jahren Millionenbeträge zur Verfügung stehen, doch sind die Anfänge mit 14 Mitarbeitern und 2,5 Millionen Euro pro Jahr vergleichsweise bescheiden. Bislang stellt Frankreich mehr als die Hälfte aller digitalisierten Inhalte auf "Europeana". Deutschland ist nur mit einem Prozent am Bestand vertreten und liegt damit noch hinter Luxemburg und Slowenien (je 1,5 Prozent). Die Zahl digitalisierter Objekte, die über "Europeana" abrufbar sind, soll bis 2010 auf zehn Millionen verfünffacht werden. Derzeit liege rund ein Prozent der Objekte aus Europas Bibliotheken und Kultureinrichtungen digital vor, 2012 sollen es vier Prozent sein.











