Einer der mit großer Spannung erwarteten deutschen Filme des Jahres ist "Der Baader-Meinhof-Komplex", der in der Regie von Uli Edel und mit...
Hamburg. Einer der mit großer Spannung erwarteten deutschen Filme des Jahres ist "Der Baader-Meinhof-Komplex", der in der Regie von Uli Edel und mit Starbesetzung - Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara - von den Terroristen der RAF-Fraktion erzählt. Schon vor dem Kinostart am 18. September sorgt er für Wirbel. Anlass sind die Bedingungen, unter denen er vorab bereits einigen Journalisten gezeigt wurde. Die sollten dort eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich verpflichteten, Besprechungen nicht vor dem 17. September zu veröffentlichen. Andernfalls drohe ihnen und den Redaktionen eine Konventionalstrafe von 50 000 Euro.
"Völlig inakzeptabel", findet das der Deutsche Journalistenverband (DJV), warnt vor einem "Knebelvertrag" und rät Journalisten, den Film zu boykottieren. Tatsächlich schrieb die "Süddeutsche Zeitung", sie hätte unter diesen Bedingungen "die Teilnahme an der Vorführung sowie jegliche Berichterstattung über den Film abgelehnt".
Ob eine Nichteinhaltung einer solchen Vereinbarung überhaupt justiziabel ist, ist noch nicht geklärt. Der "Fall" hat eine Vorgeschichte. Nachdem über den Constantin-Film "Das Parfum" mehr als einen Monat vor dem Kinostart eine negative Kritik in der "Zeit" erschien, lassen Produzent Bernd Eichinger und die Produktionsfirma Vereinbarungen über das früheste Erscheinen der Rezensionen unterschreiben.
Die Constantin begründet ihr Vorgehen damit, dass in der Vorab-Pressevorführung von "Der Baader-Meinhof-Komplex" noch nicht die endgültige Fassung zu sehen war. Außerdem seien Sperrfristen im Filmgeschäft genauso üblich wie im Verlagwesen.
Tatsächlich scheinen sich die Wogen schon wieder etwas zu glätten. Nicht zuletzt wegen des gemeinsamen Interesses, denn eine Nichtberichterstattung kann natürlich weder im Sinne des Verleihs noch der Medien sein. Beim "Stern" habe man den Vertrag unterschrieben, hieß es aus der Redaktion. Und auch die "SZ" klang gestern nicht mehr so fundamentalistisch. Man wolle lediglich "unter diesen Bedingungen" nicht berichten. Notfalls werde man sich den Film in einer normalen Kinovorführung ansehen und dann die Kritik eben erst nach dem offiziellen Filmstart drucken.
Das wird womöglich gar nicht nötig sein. Denn wenn die fertige Fassung gezeigt wird, soll es nach Angaben der betreuenden Presseagentur Just Publicity keine restriktiven Vereinbarungen mehr geben.











