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Kultur & Live

Film als Kunst: Die HfbK beruft neue Professoren

Hamburg. In vielem sind sich die beiden Neuzugänge der Hochschule für bildende Künste (HfbK) einig: Sie wollen dazu beitragen, dass die Studenten eine eigene "filmästhetische Kompetenz" entwickeln, eine eigene Handschrift. Sie wollen ihre praktischen Erfahrungen als Filmemacher in die Hochschule hineintragen. Und sie fühlen sich dem Film als Kunstform verpflichtet. Die Regisseure Pepe Danquart und Robert Bramkamp lehren vom Sommersemester an der HfbK im Bereich Dokumentar- (Danquart) und Experimentalfilm (Bramkamp) - und sind damit ab sofort Kollegen von Wim Wenders, der bereits seit 2003 am Lerchenfeld unterrichtet. Der Dritte im Bunde ist der Filmemacher und Trickfilmgestalter Udo A. Engel, der eine Professur für Animationsfilm übernimmt.

Im Unterschied zu einer technisch orientierten Ausbildung, wie sie zum Beispiel die Filmhochschule Ludwigsburg anstrebt, ist der Studienschwerpunkt Film an der HbfK weniger verschult angelegt und gibt den für das Sommersemester eingeschriebenen 700 Studierenden die Möglichkeit, ein möglichst breites Spektrum des Filmemachens zu erlernen. Als "eine Art Forschungslabor" versteht Bramkamp, der seit 25 Jahre experimentierende Filme dreht und u. a. mit Alexander Kluge, Jean-Marie Straub und Danièle Huillet zusammengearbeitet hat, seine neue Lehrstätte. Danquart, der zuletzt mit seiner Trilogie von Sport-Dokumentarfilmen ("Heimspiel", "Höllentour" und "Am Limit", mit dem er für den Deutschen Filmpreis nominiert ist) von sich reden machte, legt Wert darauf, dass die Studenten die Möglichkeit bekommen, Fehler zu machen und "am Scheitern zu wachsen". Gleichzeitig will er sie auf die reale Berufssituation als freie Filmemacher vorbereiten, auf die harte Konkurrenz, die angebotsüberflutete Öffentlichkeit und die zunehmend schwierige Lage für künstlerische Filme - mehr Praxis statt Theorie eben. "Filmemachen", sagt Pepe Danquart und grinst, "ist ein ständiges Schwanken zwischen Euphorie und Depression". Und: Erfolg ist kein Widerspruch zur Kunst. Das beweisen nicht zuletzt HfbK-Absolventen wie Fatih Akin ( "Auf der anderen Seite"), Lars Becker ("Kanak Attack") und Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang"). Bramkamp bringt seine Aufgabe mit folgenden Worten auf den Punkt: "Angebote machen. Auseinandersetzen. Gemeinsam kämpfen."

 

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