Serie: Der Skandal um die Hitler-Tagebücher (Teil 7)
"Beispiellose Blamage"
Die Pleite des "Sterns" macht weltweit Schlagzeilen, die Kommentare sind niederschmetternd. Auszüge aus Pressestimmen von 1983:
Daily Mail, London: "Außer den zwei Millionen Pfund, die der 'Stern' für die freche Fälschung gezahlt hat, was für Motive könnten noch dahinterstecken, dass ein Betrüger so einen riesigen Schwindel unternimmt?"
Le Quotidien, Paris: "Die Nazi-Mayonnaise ist schlecht geworden."
Neue Zürcher Zeitung: "Der angebliche Fund des 'Sterns' stieß namentlich in der Fachwelt auf starke Skepsis, und zwar umso mehr, als das Hamburger Sensationsblatt sich strikt weigerte, bekannt zu geben, auf welchem Wege es an sein Material herangekommen war."
Mannheimer Morgen: "Eine beispiellose Blamage setzt nur den Schlusspunkt unter die anmaßende Aufforderung an die Historiker, die Geschichte des Dritten Reiches umzuschreiben."
Abendzeitung, München: "Gerade vom 'Stern' hätte man eine akribische, perfekte, nahtlose Prüfung des Materials erwartet. Was in Wirklichkeit stattfand, war eine flüchtige, ja klägliche Einsichtnahme in ein paar Blätter - geradezu lächerlich bei diesem Fund."
Frankfurter Rundschau: "Selten hatte eine so große Lüge so kurze Beine."
Rheinische Post, Düsseldorf: "Eine Bitte an die 'Stern'-Leute: Vernichtet die 60 Kladden nicht, sondern türmt sie auf zu einem gut sichtbaren Denkmal. Dorthin möge man alle führen, die immer noch glauben, das Hitler-Bild (...) entdämonisieren zu können."
Süddeutsche Zeitung, München: "Zum Glück zerplatzte die Spekulation. Übrig bleiben vor allem peinliche Fragen nach der Verantwortung der Massenmedien."
Und Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein schreibt: "Dies machen wir dem 'Stern' zum Vorwurf: dass er keinen Wissenschaftler in Ruhe hat prüfen lassen. Es ging ihm nicht um die Echtheit, nur um das Alibi."




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