Serie: Der Skandal um die Hitler-Tagebücher (Teil 7)
Peter Koch, Chefredakteur
1938 wird Peter Koch in Halle an der Saale geboren. Er arbeitet lange Jahre als Korrespondent in Bonn. Zuerst für die Süddeutsche Zeitung, danach für den Spiegel und dann für den "stern". Koch wird Politik-Chef und leitet anschließend das Ressort Sonderthemen.
Er schreibt Serien und Bücher über kontroverse Themen, etwa "Die Würde des Menschen - Folter in unserer Zeit", "SOS - Freiheit in Deutschland", "Wahnsinn Rüstung - Das Bombengeschäft mit der Angst" oder "Das Duell - Franz Josef Strauß gegen Helmut Schmidt". Koch wird wegen seiner Haltung heftig angegriffen. Henri Nannen verteidigt ihn im Vorwort zu dem Freiheits-Buch: "Wer aber das Recht zu kritischem Denken missachtet, wem der Auftrag, die freiheitliche Verfassung zu hüten, zur Jagdleidenschaft gegen Andersdenkende entartet, vor dem sei gewarnt."
Koch wird stellvertretender Chefredakteur und 1981 gemeinsam mit Felix Schmidt und Rolf Gillhausen Chefredakteur des "stern". Kurz zuvor hat er Heidemann verboten, sich weiter mit "Nazi-Scheiße" zu befassen. Doch der geht hinter dem Rücken der Chefredakteure mit dem Hitler-Projekt direkt zum Vorstand von Gruner+Jahr.
Als Koch davon erfährt, denkt er an Rücktritt, lässt sich dann aber von den Tagebüchern faszinieren und präsentiert sie schließlich mit Verve in der Öffentlichkeit. Zweifelnde Historiker müssen sich seinen Vorwurf "Achiv-Ayatollahs" gefallen lassen.
Nach der Pleite steht Koch zu seiner Verantwortung, auch als Zeuge vor Gericht. Er schreibt Biographien über Willy Brandt und Konrad Adenauer, entwickelt für den Springer-Verlag "Auto-Bild" und die Zeitungsillustrierte "Ja", die nach kurzer Zeit eingestellt wird. Koch erkrankt an Krebs und stirbt im Mai 1989 in Alter von 50 Jahren in Florida.





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