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Kultur & Live

Die Geschichte des "Sterns"

Die erste Ausgabe des von Henri Nannen gegründeten Magazins "Stern" erscheint am 1. August 1948. Auf dem Titelbild der 16-seitigen Ausgabe ist die junge Schauspielerin Hildegard Knef zu sehen. Auflage: 130 000 Exemplare. Erste Schlagzeilen macht Nannen 1950 mit einem Bericht über die Verschwendung deutscher Steuergelder durch die Alliierten: "Hoppla, wir leben (auf Besatzungskosten)". Daraufhin verbieten die Briten das Heft für zwei Wochen.

Nannen macht aus dem Blatt eine Erfolgs-Illustrierte. Serien wie "Deutschland deine Sternchen" über die Film- und Schlagerstars der 50er-Jahre sind Auflagenrenner. Nannen schart die besten Reporter und Fotografen um sich, der "Stern" wird berühmt für seine Bildstrecken und Reportagen.

Mitte der 60er-Jahre profiliert sich der "Stern" als politisches Blatt. Nannen wirbt für die neue Ostpolitik von Willy Brandt und wehrt sich gegen die Verteufelung der Studenten. Der "Stern" kämpft für eine Reform des § 218, auf dem Titel und im Heft bekennen 374 Frauen: "Ich habe abgetrieben." Das Magazin setzt sich für Bürgerfreiheiten und gegen den Überwachungsstaat ein. Nannen initiiert die Aktion "Jugend forscht", stiftet den Egon-Erwin-Kisch-Preis für die besten Reportage und gründet die Journalistenschule von Gruner +Jahr, die heute seinen Namen trägt.

Der "Stern" wird zum auflagenstärksten Magazin Deutschlands und ist die "Cash-Cow" des Verlages. Nach der Pleite mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern stürzt der "Stern" in eine Krise. Ansehen und Glaubwürdigkeit sind auf Jahre ramponiert. Mühsam gelingt es der Redaktion, das Vertrauen der Leser zurückzugewinnen. Keiner der damals Verantwortlichen ist heute noch in Redaktion oder Verlag tätig.

 

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