Sonntag, 27. Mai 2012, 08:16

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Indie-Folk: Das Konzert von "Eels" auf Kampnagel

Verschroben, sonderbar, großartig

Hamburg. Wer ist Mister E? Konzertante Selbstauskunft auf diese Frage gab Ausnahmekünstler Mark Oliver Everett - alias "E" alias The Eels - dem Publikum im ausverkauften Kampnagel-Saal auf sehr eigenwillige, für ihn sehr typische Weise. Er lieferte eine dramatisch-musikalische Inszenierung autobiografischer Fragmente ab.

Anfangs gab es noch lange Gesichter: Wer nicht überpünktlich an der Bühne erschien, hatte das Nachsehen, da bereits vor dem offiziell angekündigten Konzertbeginn die sensiblen Akustik-Klänge von Gus Blacks Gitarre und seiner charmant-verhuschten Begleitung Constanze auf den sehr speziellen Charakter des Liederabends einstimmten.

Als Vorbereitung auf Kommendes wurde dann ein BBC-Film gezeigt, der den Musiker Everett in der privaten Aufarbeitung seiner Familiengeschichte dokumentiert. Die dreht sich hauptsächlich um den Vater, einen berühmten Quantenphysiker, und diese Naturwissenschaft ist naturgemäß nun mal nicht nach jedermanns Geschmack. Zumindest dieser Teil des Abends zog sich. Etwa eine Stunde lang durfte sich das Publikum mehr oder weniger freiwillig mit den Freuden und Fakten der Quantenmechanik auseinandersetzen. Für die meisten eine Parallelwelt, so rätselhaft wie jene, über die Everett senior einst geforscht hatte. Dann, endlich, betrat Everett junior in einem schwarzen Arbeitsoverall die Bühne. Showtime.

Musikalisch begleitet vom identisch gekleideten "The Chet", ein Multi-Instrumentalist wie E, versetzte das Duo seine Zuhörer in emotionale Ausnahmezustände. Kammermusikalisch reduzierte Versionen von hinlänglich bekannten Eels-Songs wie "I Like Birds" oder "My Beloved Monster" sorgten dabei für sympathische Überraschungsmomente. Und nebenbei konnte E auch noch zeigen, dass er, ganz entgegen seinem soziopathischen Ruf, tatsächlich über humoristische Entertainerqualitäten verfügt. Er philosophierte über die Vorzüge des Rockstar-Daseins, las gute und bitterböse Fanpost vor und wartete mit bemerkenswerten Deutschkenntnissen auf: "Danke schön, mein Schatzi!"hpnv

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus