Pressemuseum für Hamburg geplant
HAMBURG. Die Medienstadt Hamburg soll ein großes, privat geführtes Pressemuseum erhalten. Es soll weit mehr bieten als nur die Ausstellung gut erhaltener Originalzeitungen aus fünf Jahrhunderten. Die in Europa bisher einzigartige Vision dazu hat eine Schweizer Spezialagentur im Auftrag des Vereins Pressemuseum ausgearbeitet.
Gedacht ist an eine mindestens 2000 Quadratmeter große Fläche in einem attraktiven Gebäude in der City. Zentraler Raum des Museums soll der sogenannte Presseplatz sein. Vorzugsweise in einem mindestens zehn Meter hohen Raum eingerichtet, der sich auch für Pressekonferenzen, Preisverleihungen, Präsentationen, Vorträge oder Ähnliches eignet.
An diesem zentralen "Stadtplatz" stehen sechs "Häuser". Jedes führt den Besucher in ein anderes, zumeist interaktiv aufgearbeitetes Thema. Auch Museumspädagogen und Schauspieler sollen den Besuchern auf unterhaltsame, zum Teil spielerische Weise die Bedeutung der Presse vermitteln. Geschichte und Zukunft der Presse werden ebenso dargestellt wie die verschiedenen Segmente des Journalismus.
Die Herstellung von Zeitungen oder Magazinen wird simuliert, der Besucher kann auch selbst versuchen, eine Seite zu bauen, und erlebt, wie schwer es ist, unter der Vielfalt der täglich anfallenden Stoffe zu wählen, zu kürzen, Überschriften zu entwickeln, Fotos auszusuchen. Das Ergebnis soll er dann gedruckt mit nach Hause nehmen können. Pressevielfalt und Demokratie sind ebenso Themen.
Das Größte der Häuser zeigt nicht nur eine alte Gutenbergpresse und bietet Exponate aus dem reichen Fundus des Vereins - darunter das Arbeitszimmer von Marion Gräfin Dönhoff, Mitbegründerin der "Zeit". Das Pressemuseum soll auch von Schulen genutzt werden können, um Medienkompetenz zu vermitteln. Workshops - auch für Fachleute - ergänzen das Programm.
Seit Jahren setzt sich der Verein Pressemuseum für eine solche Institution in der Medienstadt Hamburg ein. Gemeinsam mit der Stadt soll - ähnlich wie im Fall der Marinesammlung Tamm - noch eine geeignete Immobilie gefunden werden. Für die Finanzierung des Museums werden interessierte Spender gesucht, denen es ein Anliegen ist, die Geschichte von Pressefreiheit, Demokratie und Journalismus in Deutschland dokumentiert zu sehen. Rolf Grimm, Vorsitzender des Vereins, ist sicher: "Mit dieser anschaulichen Vision einer lebendigen, die Bedeutung der Presse vermittelnden Institution wird es uns gelingen, viele Menschen zu überzeugen."




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