Erinnerung an von Moltke
Die Kostbarkeit von Mut und Klarheit
HAMBURG. Helmuth James von Moltke hat es gewagt, die Zerstörung des Dritten Reiches und eine demokratische Neuordnung Deutschlands zu denken. Am Höhepunkt von Hitlers Popularität 1940 gründete er mit Peter Yorck von Wartenburg den Kreisauer Kreis. Die bürgerlich-zivile Widerstandsgruppe setzte sich aus Großgrundbesitzern, Diplomaten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftern und Pastoren zusammen und entwarf Pläne zu einem politisch-sozialen Neuanfang nach dem Krieg. Anfang 1944 wurde Moltke verhaftet und ein Jahr später in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Der Historiker Hans Mommsen würdigt das "Kreisauer Programm" als "einen Zukunftsentwurf, dessen Kühnheit und innere Stringenz von anderen politischen Reformkonzepten des deutschen Widerstandes gegen Hitler nicht übertroffen" wurde.
Mit 37 Jahren musste Moltke sterben, "weil wir zusammen gedacht haben". Zu seinem 100. Geburtstag am 11. März organisiert die Freya-von-Moltke-Stiftung eine Veranstaltungsreihe. In Hamburg wird an zwei Abenden in der Hauptkirche St. Nikolai an Moltke erinnert. Im Gemeindesaal gibt die Pianistin Veronika von Jochum ein Gedächtniskonzert (7.3., 19 Uhr), bei dem Moltkes Sohn Caspar über seinen Vater spricht. Danach bringen die University Players in szenischer Lesung "A Journey To Kreisau" von Marc P. Smith. "Über die Kostbarkeit von Mut und Klarheit" spricht Matthias Kroeger in seinem Vortrag (8.3. 19 Uhr ), dem eine Diskussion und die Aufführung "Kreisau 412" vom Teatr Formy folgen. Vom 9. bis 10. März findet die Berliner Moltke-Hommage statt - unter dem Motto "Ich musste doch so handeln und würde es wieder tun."



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