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KRIMINALROMAN

Der alte Mann, das Pfarrhaus und drei Prostituierte

Bücher

Montesecco ist ein kleiner, verträumter Ort in den italienischen Marken. Gerade einmal 25 erwachsene Einwohner zählt das idyllisch auf einem Hügel gelegene Gemeinwesen. Dass die Idylle auch hier trügerisch ist, erzählt "Glauser"-Preisträger Bernhard Jaumann in seinem neuen Kriminalroman "Die Drachen von Montesecco", der dieser Tage erscheint.

Alles geht seinen geregelten Gang, bis Benito Sgreccia, 82 Jahre alt, sich eines Tages im leer stehenden Pfarrhaus einschließt. Nicht allein. Drei aufreizende Prostituierte aus Rom stöckeln ebenfalls zum kirchlichen Gut, Wagenladungen kulinarischer Köstlichkeiten werden angeliefert. Die Dorfbewohner trauen ihren Augen nicht - drei Tage später ist der alte Benito tot. Und hinterlässt im Testament fünf Millionen Euro. Ein flüchtiger Bekannter soll sie erhalten, Benitos Bruder geht nahezu leer aus. Ein Skandal! Dann wird auch noch ein achtjähriger Junge entführt. Montesecco steht kopf.

Glänzend beschreibt Jaumann das Leben in der Provinz, charakterisiert einfühlsam und mit feinem Humor ihre dickschädeligen Bewohner und führt die Handlungsstränge schlüssig zusammen. Zu einem von zarter Melancholie umwehten Finale.

Bernhard Jaumann: Die Drachen von Montesecco

Aufbau-Verlag

278 Seiten 19,90 Euro.

 

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