Gesa Schwabe und Nura Behjat, Heisenberg-Gymnasium
Nura Behjat und Gesa Schwabe lieben Musik. Beide spielen Querflöte und hören gern moderne Klänge. Dass sie verfolgt werden könnten, allein weil sie eine spezielle Musikrichtung mögen, war ihnen unvorstellbar. Doch dann erfuhren sie vom Schicksal vieler Jugendlicher im Dritten Reich, die ganz swingversessen waren. Den Nazis galt Jazz - und vor allem diese spezielle Richtung - als "Entartete Musik". Wer sie hörte oder gar nach ihr tanzte, wurde bestraft: manche mit einem unfreiwilligen Friseurbesuch, andere mit einem Schulverweis. Und einige kamen sogar in ein Konzentrationslager.
Als Nura und Gesa dann auch noch eine Informationsbroschüre des Heisenberg-Gymnasiums mit dem Titel "Swingtime in Harburg - ,Diese Musik schädigt unsere deutsche Volkskraft'" in die Hände bekamen, entschlossen sie sich, eine Facharbeit über die Swing-Kids zu schreiben: Die verehrten nicht nur den Swing, sondern haben in Hamburg eine Art Gegenkultur zu der der Nazis entwickelt. Sie organisierten Tanzveranstaltungen, dichteten zur Musik Spottverse auf Nazis und grüßten sich mit "Swing Heil!". Auf den Mut dieser Gruppe und auf das Unrecht, das diesen Jugendlichen angetan wurde, wollen Gesa und Nura nun hinweisen. "Es muss verhindert werden, dass so etwas jemals wieder geschieht", sagen die Schülerinnen.
Im November lasen sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Jugend unterm Hakenkreuz: Junge Menschen als Opfer am Beispiel der Swing-Jugend" Texte von Verfolgten und Verfolgern der damaligen Zeit.













