Als in Frankreich die Autos brannten
Drama: Wut in den Städten. 20.40 Uhr Arte
Im Oktober 2005 flüchten drei Jugendliche auf dem Nachhauseweg vom Fußballspielen im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois vor der Polizei. Sie wollen der Ausweiskontrolle entgehen, die oft genug auf dem Polizeirevier endet. Die Jagd führt die drei in ein Elektrizitätswerk. Doch dort kommen zwei Jugendliche durch einen Stromschlag ums Leben, der dritte trägt schwere Verletzungen davon. Der Unfalltod der Jungen löst wochenlange Krawalle und Ausschreitungen aus, die sich auf Vorstädte in ganz Frankreich ausweiten.
Die Ereignisse von damals zeichnet der französische Fernsehfilm "Wut in den Städten" nach, den Arte heute erstmals ausstrahlt. Regisseur Philippe Triboit setzte das Geschehen an den Originalschauplätzen und weitgehend mit Laiendarstellern aus Clichy-sous-Bois in Szene. Die Mischung aus Fiktion und dokumentarischem Material vermeidet einseitige Schuldzuweisungen und beleuchtet die Problematik gesellschaftlich abgehängter Vorstädte aus der Sicht eines recherchierenden Journalisten. Der Film stützt sich dabei auf Erlebnisberichte der Anwälte, die in dem Buch "L'affaire Clichy" veröffentlicht wurden.
Die Krawalle brechen aus, nachdem die Regierung eine Verantwortung der Polizei bestritten und behauptet hat, eine Verfolgungsjagd habe nie stattgefunden. Am selben Abend brennen die ersten Autos in Clichy-sous-Bois und später auch in ähnlichen Vorstadtsiedlungen in ganz Frankreich. Der belgische Journalist Alex (Thierry Godard) kommt am Tag darauf an, um kurz über den Unfall zu berichten. Doch er stößt auf Ungereimtheiten zum Ablauf der Ereignisse und erkennt, dass er das Thema deutlich unterschätzt hat.



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