Cassandra Wilson
Kein bisschen Swing
HAMBURG. Es gibt Konzerte, bei denen weiß man bereits nach zwei Minuten: "Das wird heute nichts." Der Abend mit Cassandra Wilson am Montag in der Laeiszhalle gehörte dazu.
Bereits das Vorprogramm ist eine Zumutung. Da trommelt der afrikanische Perkussionist Lekan Babalola eine halbe Stunde lang auf dem Niveau eines Dreijährigen auf Congas, Bongos und Bata und erzählt Unverständliches über die Yoruba-Religion. Übrigens wurde er höchstpersönlich von der Künstlerin als "special guest" ausgewählt.
Der Auftritt der Jazz-Sängerin aus den USA und ihrer Band war nicht viel mitreißender. Die Songs interpretiert Cassandra Wilson extrem langsam, hier pulsiert nichts, ist keine Spannung zu spüren, an Swing gar nicht zu denken. Man hat oft den Eindruck, Cassandra Wilson versucht, das Publikum mit ihren langweiligen Interpretationen zu sedieren.
Ihre Version von "Time After Time" im Schneckentempo hat etwas geradezu Quälendes. Auch Wilsons Band agierte extrem verhalten. Zum Glück war der Spuk dieses Konzerts nach einer guten Stunde vorbei - inklusive einer Zugabe.



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