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Kultur & Live

Rathaus: Experten diskutierten über die Zukunft der Musikstadt Hamburg

Pop als Leuchtturm-Projekt

HAMBURG. Nichts Geringeres als die "Zukunft der Musikstadt Hamburg" verhandelten ein Dutzend Experten aus Musikwirtschaft und Szene am Dienstag- abend. Farid Müller, GAL-Sprecher für Medien und Musik hatte aber nicht in den mit Rock assoziierten Kaiserkeller der Großen Freiheit geladen, sondern festlich in den Kaisersaal des Rathauses.

Doch trotz der Kiez-Ferne ging es darum, wie sich Hamburg als Musikstadt positioniert und welche Rolle auch die Reeperbahn dabei spielt. Von "Aldisierung" der Meile sprach Andrea Rothaug. Die Geschäftsführerin von RockCity hofft, dass Hamburg als Musikstadt ein Comeback erlebt. "Vor zehn Jahren musste man in Hamburg sein, wenn man Musik macht. Verbände, Plattenfirmen, MTV waren hier", spielte Markus Kühn auf die Abwanderung nach Berlin an. Mit dem innovativen Radiosender MotorFM hat er sich an der Spree der Förderung unbekannter Bands verschrieben.

Viele der Redner betonten, dass die hiesige Szene sich nicht verstecken bräuchte und gut vernetzt sei. Konsens bestand aber auch darin, dass die Stadt Rock und Pop lange Zeit nicht als Pfund erkannt hat, mit dem sich wirtschaftlich wuchern lässt. "Ich habe das Konzept, das ich später in Mannheim realisiert habe, 1998 erstmals in der Hansestadt vorgelegt", erzählte Udo Dahmen, Direktor der Popakademie Baden-Württemberg. Ein Leuchtturm-Projekt für Nachwuchspflege, das nun im Süden strahlt. Vor allem eine Vernetzung von Sponsoren, Politik und Künstlern habe sein Haus erfolgreich gemacht, betonte der Gastredner. Er sei dankbar, meinte Peter Urban vom NDR Nachtclub, dass der Hamburger Senat mit dem Reeperbahn-Festival nun zum ersten Mal erkannt habe, wie wichtig es ist, Pop und Rock zu fördern.

Einigkeit bestand darin, dass die Basis lokaler Musikwirtschaft in den Klubs liege. Karsten Schölermann vom Knust plädierte für eine strukturelle Förderung. Der Klubbetreiber erklärte aufgebracht, wie bürokratische Hürden das Engagement erschweren. Benedikt Lökes von Warner Music legte seinen Finger in dieselbe Wunde. Er schlug vor, z. B. die in Berlin gar nicht existente Stellplatzabgabe zu streichen, die vorsieht, dass Klubs für fehlende Parkplätze extra zahlen. Ein zentraler Pop-Beauftragter, bessere Bedingungen für die Außenwerbung und Lockerung der Lärmschutzregeln für öffentliche Plätze standen zudem auf der Wunschliste der Experten.bir

 

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