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Kultur & Live

Jazz: Preisträger der Langner-Stiftung im Konzert

Landgren jammte mit Nachwuchs

HAMBURG. Sie haben eine unverschämt schnelle Auffassungsgabe, können Raggae-Walzer mit brasilianischen Elementen phrasieren und haben dennoch ihren individuellen Stil. Vor allem aber wecken sie die Hoffnung, Hamburgs Jazzszene einen eigenen Sound zu verleihen: Pianist Boris Netsvetaev (29), Pianist Jörg Hochapfel (30) und Schlagzeuger Konrad Ullrich (23) begeisterten beim Preisträgerkonzert in der Hochschule für Musik und Theater mit sprudelnder Energie und technischer Virtuosität. Zum ersten Mal verlieh die Dr. E.A.-Langner-Stiftung drei mit je 5000 Euro dotierte Stipendien an Hamburger Jazzmusiker.

Bescheiden reihte sich Posaunist Nils Landgren ins musikalische Geschehen, um mit den Preisträgern und der Hochschul-Big-Band zu improvisieren. "Ich bin sehr froh, dass ich hier ein bisschen mitspielen darf", scherzte Jazz-Legende Landgren, der seit wenigen Tagen Professor an der Hamburger Hochschule ist - ein großer Gewinn für die Szene. "Jazz hat in Hamburg nicht den Platz, den er haben sollte", kritisierte Dr. Ernst Langner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Zugleich kündigte er an, die Hansestadt als Jazzstandort bekannter zu machen, sich für verbesserte Ausbildungsorte, eine stärkere Vernetzung der Jazzszene, einen zentralen Spielort und eine Imageverbesserung des Musik-stils einzusetzen.

Netsvetaev, Hochapfel und Ullrich - alle drei Ehemalige oder Studenten der Hochschule - dankten mit experimentellen Eigenkompositionen und Klassikern wie John Coltranes "Impressions". Die Finanzspritze, angesetzt für die Erarbeitung neuer Produktionen und die Produktion neuer Tonträger sowie für eine Studienreise nach New York, wird schnell ihre Wirkung erfüllt haben. Pianist Jörg Hochapfel will das Geld vor allem für sein eigenes Label Brennt Rekords verwenden, das er mit Jazzpianist Matthäus Winnitzki gründete, um gezielt Hamburger Musiker zu fördern.

Für Nachschub seitens der Langner-Stiftung ist gesorgt: Im kommenden Jahr soll erstmals ein mit 10 000 Euro ausgeschriebener Jazz-Preis an einen Hamburger Musiker verliehen werden, mit Landgren als Schirmherrn.atj

 

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