Reportage: Was heißt denn hier deutsch? 20.15 Uhr ZDF
Der Schönheit der Wüste kann sich keiner entziehen. Knallblau ist der Himmel, scharf trennt sich die rote Dünenlandschaft ab, gelb wiegt sich das Elefantengras. "Ort, wo nichts ist" bedeutet der Name Namib. Dieses Nichts im Südwesten Namibias fasziniert eine ständig steigende Zahl von Touristen - und auch Wolf von Lojewski. In seiner zweiteiligen Reportage über Namibia schwelgen der ZDF-Journalist und sein Kameramann Hartmut Seifert in Bildern aus der Wüste.
Dabei faszinieren den ehemaligen Moderator des "heute-journals" nicht nur die Spuren im Sand, er interessiert sich auch für die Spuren der deutschen Kolonialherren. Von 1884 bis 1915 war das Land im Südwesten Afrikas deutsche Kolonie. Erst vor 15 Jahren erlangte Namibia seine Unabhängigkeit von Südafrika. Und ist doch noch immer sehr deutsch, wie das Ensemble des Hamburger Ohnsorg-Theaters samt mitgereistem Freundeskreis erst kürzlich auf einer Tour durch das Land erfahren hat.
Wolf von Lojewski aber will es genau wissen: "Was heißt denn hier deutsch?" fragt der 69-Jährige, trifft Nachfahren deutscher Aussiedler, schwarze Frauen in wilhelminischer Tracht und einen Ovambo namens Gustav. Im zweiten Teil seiner Reise am kommenden Dienstag besucht das ZDF-Team die Küstenstädte Lüderitz und Swakopmund sowie Menschen, die ihr ganzes Leben buchstäblich in den Sand gesetzt haben.
Seine Arbeitsweise hat der Altmeister der Auslandsreportage inzwischen komplett geändert. Während er früher vor einer Reise alles las, was er über das Zielland bekommen konnte und meist mit einem fertigen Drehbuch im Kopf ankam, sagt er heute: "Ich habe mir vorgenommen, Länder, die ich noch nicht kenne, spontan kennenzulernen. Das ist für mich eine neue Art des Erlebens." Er sucht nach Spuren, um zu zeigen, wie das wurde, was er heute in Namibia vorfindet. Und er wagt einen Blick in die Zukunft. Experten räumen Namibia eine Chance ein, eines Tages Anschluss an Asien, Europa oder die USA zu finden.














