Hamburg ist Rock-und Pop-Stadt
Kommentar: Das Reeperbahn-Festival
Hamburg ist eine Musikstadt, nicht nur für Leuchtturm-Projekte wie die Elbphilharmonie, sondern vor allem in Sachen Rock und Pop. Das hat das erste Reeperbahn-Festival eindrucksvoll gezeigt. Wie mehr als 200 Bands die Klubs von St. Pauli zu einer großen Musikmeile verbanden, war ein großartiges Erlebnis.
Zwar blieb der Zulauf mit 9000 zahlenden Besuchern hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Doch aller Anfang ist schwer. Um künftig ein größeres Publikum begeistern zu können, sollten die Festival-Organisatoren bei ihrer Manöverkritik die viel diskutierte Frage des Ticket-Preises stärker in den Blick nehmen. 84 Euro für drei Tage hielten viele vom Kauf ab. Einige Musikfans hätten sich für ihr Geld mehr Stars gewünscht. Da wäre zum Beispiel eine ansässige Plattenfirma wie Warner Music gefragt, große Namen zu holen und so Standortpflege zu betreiben.
Doch was entscheidender ist: Neue Konzepte brauchen Zeit, um sich durchzusetzen. Sprich: Einige Konzertgänger müssen sich erst noch daran gewöhnen, nicht eine Band an einem Ort zu sehen, sondern viele Gruppen in unterschiedlichen Klubs zu entdecken. Da ist Neugierde gefragt. Und die Stadt, die das Festival unterstützte, wäre gut beraten, diese auch im kommenden Jahr zu wecken. Denn allein die knapp 1500 Musiker und fast 400 Journalisten, die aus aller Welt auf dem Kiez unterwegs waren, tragen dazu bei, dass Hamburg einen Ruf als internationale Kulturmetropole gewinnt. Und die kostenlosen Konzerte sowie die sehr gut besuchte Poster-Ausstellung auf dem Spielbudenplatz beweisen, dass im Herzen Hamburgs auch Großveranstaltungen funktionieren, bei denen der Inhalt im Mittelpunkt steht - nicht aneinandergereihte Fressbuden.




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