Fröhlicher Exorzismus mit Doktor Bela
Bela B. in der Großen Freiheit 36
HAMBURG. Wenn Die Ärzte die beste Band der Welt sind, dann ist Bela B. y Los Helmstedt, knapp hinter Farin Urlaub, die drittbeste Band der Welt. Die Ärzte und ihre Einzelkämpfer spielen nämlich in ihrer total eigenen Liga, jenseits von musikkritischen Maßstäben und Geschmack, über den man streiten könnte. Das muss man sich auch erst mal verdienen.
Als Bela und seine Western-Rockabilly-Crew um 22 Uhr die Bühne betreten, in schwarzem Anzug und weißem Hemd, mit Krawatte, Hut und Armbinde, ist dem Publikum klar: Hier geht es um die Show. Die Menge ist sofort dabei, hundertprozentig mitsingend, jubelnd, pogend, als gäbe es Belas Soloprojekt schon seit 19 Jahren. Dabei tritt der Musiker das erste Mal als Frontmann mit Gitarre auf.
Bela bringt die gute Stimmung in der Freiheit auf den Punkt: "Das ist ja eine Frequenz wie bei Tokio Hotel hier!" - was bloß zu noch mehr Gekreische führt. Die drittbeste Band der Welt gibt eine 90 Minuten Rockabilly Bingo-Show mit druckvollen Gitarren, gutem Sound und Songs ohne Belas bekannte Horrorthemen wie Vampire und Zombies, aber voller anheizender Aufforderungen wie "Deutsche, kauft nicht bei Nazis", die dank seiner Reibeisenstimme besonderen Nachdruck bekommen.
Belas Ansagen sind gewohnt Ärzte-mäßig großartig. Als er eine Setlist vom Pur-Konzert vom Freitag auf der Bühne findet, kommt dann doch seine dunkle Seite zum Vorschein: "Freunde, wir müssen diese Bühne exorzieren. Und das machen wir mit einem Song." Die Menge dankte es ihm. Welch fröhliche Teufelsaustreibung.



Branchenbuch Hamburg


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




