29.08.06

Musik sehen, Farbe hören

Hamburger Symphoniker: "Bilder einer Ausstellung" mit Kandinsky-Werken. Zum Saisonauftakt Werke von Schuller, Mussorgski und Skrjabin mit Lichtprojektionen.

Von Günter Berard

Hamburg. Mussorgskis Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" sind in der Musikgeschichte ein Paradebeispiel von Programmmusik. Der russische Komponist (1839-1881) wurde bekanntlich dazu angeregt, als eine Galerie eine Werkschau seines verstorbenen Freundes Viktor Hartmann zeigte. Weniger bekannt sein dürfte die Tatsache, dass ein anderer berühmter russischer Künstler, der Maler Wassily Kandinsky (1866-1944), einen eigenen Bilderzyklus zu Mussorgskys Musik geschaffen hat. Er fand, dass Hartmanns Bilder nicht zu Mussorgski passten. Überdies sollten seine Bilder während eines "Bilder einer Ausstellung"-Konzerts auf einer Bühne präsentiert werden.

Andrey Boreyko realisiert das Projekt jetzt beim Saison-Auftaktkonzert seiner Hamburger Symphoniker in der Laeiszhalle. Mehr noch: Unter dem Motto "Musik sehen, Farben hören" stellt er zwei weitere Werke aus der Musikliteratur auf ungewohnte Weise vor: Gunther Schullers "7 Studien nach Paul Klee" für Orchester und Alexander Skrjabins "Promethee" für Klavier, Chor und Orchester. Und Lichtorgel - ein "Instrument", das der Komponist eigens für sein Opus als Verbindung von Musik, Farbe und Licht erfunden hat. Nach Skrjabins Vorstellung soll am Ende von "Prometheus" der ganze Konzertsaal in einen "Lichtdom" verwandelt werden.

Bei den beiden anderen Werken werden die entsprechenden Bilder auf eine große Leinwand über dem Orchester projiziert.

Die "Bilder einer Ausstellung" erklingen in ebenfalls ungewöhnlicher Fassung: Weder werden sie komplett in der ursprünglichen Klavier-Version gespielt, noch in der üblichen Bearbeitung für Orchester von Ravel.

Boreyko dirigiert den Zyklus teilweise im Original für Klavier solo, teilweise in Bearbeitungen für Orchester mit oder ohne Klavier. Dabei können die Hamburger Bekanntschaft machen mit "Bilder einer Ausstellung"-Arrangements von Leopold Stokowski, Gortschakov oder Lawrence Leonard. Die "Promenade", die sich durch das ganze Stück zieht, wird von dem russischen Pianisten Andrej Hoteev gespielt. Die letzten beiden Bilder dann werden von Orchester und Klavier gespielt. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Komponist nicht länger Beobachter bleibt sondern sich in das Geschehen einmischt. Damit die Besucher des Konzerts sich zudem im wahrsten Wortsinn ein Bild von dem Abend machen können, werden im Laeiszhallen-Foyer zehn auf zwei mal zwei Meter vergrößerte Kandinsky-Reproduktionen ausgestellt.

Andrej Hoteev hat kürzlich auch im Auftrag der Symphoniker im St. Petersburger Skrjabin-Haus eine Lichtskala aus des Komponisten Hand ausfindig gemacht, die bestimmte Töne bestimmten Farben zuordnet - wichtiges Basismaterial für "Musik sehen, Farben hören".

  • 24. September , 19 Uhr, Laeiszhalle. Einführung um 18 Uhr im Übungssaal, Bühneneingang Dragonerstall. Kartentelefon 44 02 98.

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