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Kultur & Live

Änderungen im Lübecker Grass-Haus

LÜBECK. Das Lübecker Günter-Grass-Haus ändert "umgehend" die biografischen Daten des Literaten. Das bestätigte Hans Wißkirchen, Direktor der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck dem Abendblatt. Bislang war dort nur Grass' Vergangenheit als Flakhelfer und Soldat festgehalten. Nun soll die Zeit in der Waffen-SS hinzugefügt werden.

Ansonsten bemüht man sich an der Trave um Gelassenheit in der Debatte. Bürgermeister Bernd Saxe ist zwar "einigermaßen überrascht" von dem späten Geständnis und sieht "Erklärungsbedarf", aber: "Seine Vergangenheit als Hitler-Anhänger war bekannt. Diese neue Information schmälert nicht sein 60-jähriges Eintreten für Freiheit und Demokratie." Auch Wißkirchen betont: "Grass hat immer wieder auf seine Nazivergangenheit hingewiesen. Sein neues Buch hat für mich nichts grundlegend Neues hinzugefügt. Neu sind nur zwei Buchstaben, um die jetzt die Debatte tobt. Man sollte nun das Buch aufmerksam und möglichst ohne Vorurteile lesen. Das ist man einem Menschen mit solch einem Lebenswerk schuldig." Für eine Änderung der Ausstellungsarbeit gebe es keinen Anlass. Allerdings soll im Foyer des Grass-Hauses offensiv mit dem Eingeständnis umgegangen werden: Neben den nachgebesserten Daten sollen Presseartikel die Besucher zum Dialog herausfordern.kim

 

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