HAMBURG. Riesenandrang beim Jubiläumsauftritt des Harvestehuder Sinfonieorchesters: In den 40 Jahren seines Bestehens hat sich das Ensemble - das früher "Studentenorchester" hieß - mit 140 Konzerten ein großes, treues Publikum erspielt. Daß dabei auffallend viele junge Zuhörer die Laeiszhalle füllten (was sich so manch anderer Veranstalter wünschen würde), lag sicher auch an der geschickten Programmgestaltung. Denn der runde Geburtstag stand unter dem Motto "Hamburg goes to Hollywood" und lockte mit Filmmusik - ein populäres Genre: Weil die Komponisten hier reichlich Gelegenheit haben, nicht nur Butter, sondern auch ordentlich Sahne bei die Fische zu geben. So wie etwa Korngold in seiner "Sea Hawk"-Partitur von 1940, wie auch Schostakowitsch, Gershwin, Barry ("James Bond") und John Williams, der erfolgreichste Filmmusiker der Gegenwart, von dem unter anderem das geniale "Star Wars"-Thema zu hören war.

Mit seinem homogenen Streicherklang, den filigranen Holzbläsern und dem fetten Blechsound präsentierte sich das Orchester dabei auf erstaunlich professionellem Niveau; präzise geführt von Adrian Kelly und zweien seiner Vorgänger. Sie alle bescherten dem begeisterten Publikum einen kurzweiligen Abend, an dem auch der erzkomische Moderator Bodo Wartke erheblichen Anteil hatte. Am Ende zelebrierten er und Kelly die "Winnetou"-Musik mit stilvollem Federschmuck als viertelszenische Zugabe: Ganz großes Kino.Stä