Mittwoch, 15. Februar 2012, 01:40

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Kultur & Live

Liebe unter Frauen

US-Kultserie: Lustvolle Geschichten um eine Lesben-Clique. In Amerika gilt der Quotenhit "The L Word" als legitimer Nachfolger der modischen und sexhungrigen Heldinnen von "Sex and the City".

Serie: The L Word. 22.15 Uhr ProSieben

Sie kommen im Swimmingpool oder auf dem Gynäkologenstuhl zur Sache, plappern den lieben langen Tag über Sex und sehen aus, als wäre das ganze Leben ein einziges Fotoshooting für Designerklamotten. Das klingt spontan verdächtig nach "Sex and the City". Doch die Damen, die von heute an bei ProSieben Stil, Witz und nette Frivolität zusammenbringen sollen, sind dann doch ein klein wenig anders gestrickt. Denn im Mittelpunkt von "The L Word - Wenn Frauen Frauen lieben" steht eine lesbische Clique in Los Angeles.

Die unbedarfte Jenny (Mia Kirshner) zieht mit ihrem Freund nach Los Angeles. Ironie des Schicksals, daß sie nun Tür an Tür mit dem lesbischen Pärchen Tina (Laurel Holloman) und Bette (Jennifer Beals) wohnt und dadurch die rassige Marina (Karina Lombard) kennenlernt. Denn die bringt die Gefühle der vermeintlich heterosexuellen Jenny kräftig durcheinander. Von intimen Fummeleien an der Klowand, über nackte Haut und erotische Atemübungen bis hin zur Suche nach dem richtigen Samendoktor lassen die beischlafwütigen Damen keine Liebeslage aus.

Im prüden Amerika sorgte die mit ein- und zweideutigen Szenen gespickte Serie bei ihrem Start vor zwei Jahren zunächst für Proteste. Und zwar nicht nur von Konservativen. Feministische Gruppen empörten sich über das Hochglanzimage der Heldinnen. Autorin und Produzentin Ilene Chaiken, die selbst Frauen liebt, hatte die Serie schon 1990 entworfen, doch damals traute sich noch kein Sender an das Thema ran. "Wo denken Sie hin?" bekam sie zu hören. "Im amerikanischen Fernsehen haben noch nicht mal Heterosexuelle Sex."

Heute erzielt "The L Word" in den USA Traumquoten, und die vierte Staffel ist bereits in Arbeit. Das hat viel damit zu tun, daß sich im konservativen Amerika ein Sinneswandel vollzogen hat. Dafür stehen auch der Erfolg der Schwulenserie "Queer as Folk", die montags auf ProSieben läuft, oder von Filmen wie "Brokeback Mountain". Gleichzeitig hat die US-Wirtschaft Schwule und Lesben mehr und mehr als interessante Kundengruppe entdeckt.

Auch wenn Heterosexualität in der Serie fast keine Rolle spielt, dürften die Geschichten der heiteren, oft auch überraschend tiefgründigen Damenclique aber letztlich ziemlich unabhängig von der sexuellen Orientierung ihrer Zuschauer wirken. In den USA jedenfalls gelten die Stars von "The L Word" schon alleine auf Grund ihres Modestils als legitime Nachfolgerinnen des "Sex and the City"-Quartetts.srü, dpa

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus