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Kultur & Live

Chili, Ingwer, Pfeffer - Gewürze, die scharf machen

HAMBURG. Ingwer, Chili, Muskatnuß, Senf, Basilikum, Zimt. Wer dabei nur an schlichte Aromaspender denkt, liegt falsch. Denn da, wo die meisten nur Geschmack vermuten, steckt auch jede Menge Wirkung. Daß es sich bei vielen Kräutern und Gewürzen um explosive Mischungen handelt, die Körper, Geist und Seele anregen, zeigt die Sonderausstellung "Aphrodisia 2006" im Spicy's Gewürzmuseum.

Dunkelblaue Wacholderbeeren würzen nicht nur das Gin-Destillat: in Wasser eingeweicht, machen sie müde Männer munter - das Viagra des Mittelalters. In Vitrinen wird Kardamom als Antörner gepriesen und der Zauber der Muskatnuß verraten, auf Stellwänden sind Rezepte präsentiert, die der Maxime "Liebe geht durch den Magen" folgen: Wer sein flaues Liebesleben in Schwung bringen will, sollte es mit "Liebesringen im heißen Currybad" versuchen - ein duftendes Mahl, das die Triebe bei Mann und Frau weckt. Generell gilt: Je schärfer das Menü, um so heißer fließt das Blut in den Adern. Chili und Pfeffer rangieren dabei ganz oben auf der Liste. Denn durch den Genuß dieser Gewürze schlägt das Herz schneller, und die Durchblutung wird besonders gefördert.

Außer Frage steht, daß die wenigsten Aphrodisiaka wissenschaftlich fundiert sind. "Aber an der Wirkung ist schon was dran. Alle Gewürze tun etwas für unser Wohlbefinden", erzählt Viola Vierk, die Geschäftsführerin des Museums. "Schon im Mittelalter wurden Gewürze vor allem als aphrodisierende und heilende Mittel eingesetzt. Wir zeigen also den Ursprung der Gewürze", berichtet Vierk, die persönlich den stimmungsaufhellenden Zimt und die betörende Vanille favorisiert. Letztere war früher in Klöstern verboten, da sie angeblich zur Unkeuschheit verführte.

Insgesamt ist die Ausstellung mit einem Schmunzeln zu betrachten. Auch die verheißungsvollsten Gewürzmischungen vermögen nicht, in einem Menschen die Liebe zu einem anderen zu entzünden. Aphrodites "Zaubermittel" können aber helfen, die Gefühlswelt intensiver zu erleben. Doch sollte man nicht zuviel erwarten. Ohne romantische Stimmung und harmonische Partnerschaft wird die gewünschte Wirkung wohl ausbleiben . . .

"Aphrodisia 2006" bietet aber sicherlich die Gelegenheit, Gewürze mit allen Sinnen zu entdecken, was immerhin die Lust steigert, die "Liebeskräuter" selbst auszutesten.

  • Aphrodisia 2006 , Spicy's Gewürzmuseum, Am Sandtorkai 32, 14. Januar bis 23. April, Di-So 10-17 Uhr.coe

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