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Kultur & Live

Bundesverdienstkreuz an die Journalistin Carola Heldt

HAMBURG. Über ihr Alter gibt sie keine Auskunft. Nicht, weil sie vielleicht zu eitel ist. Nein, ihr Schweigen hat einen rein journalistischen Grund: "Altersangaben fördern das Denken in Schablonen." Carola Heldt kennt sich in der Branche aus, sie ist eine der führenden Journalistinnen der Nachkriegszeit. Das Bundesverdienstkreuz hat sie gestern allerdings für ihr ehrenamtliches Engagement im Expertinnen-Beratungsnetz der Hamburger Universität und für Hospizprojekte bekommen.

Wissenschaftssenator Jörg Dräger übergab ihr die Ehrung im Turmzimmer des Rathauses und lobte ihr "beachtliches und beeindruckendes Schaffen". Sie sei eine "vorbildliche Journalistin" und habe eine "Bilderbuchkarriere" hinter sich. Carola Heldt erfand unter dem ersten "Stern"-Chef Henri Nannen das Frauen-Ressort und war später die erste Chefredakteurin der deutschen "Cosmopolitan". Mit der "Stern"-Titelgeschichte "Wir haben abgetrieben" löste sie im Jahr 1974 eine gesellschaftspolitische Debatte zum Paragraphen 218 aus.

Im Anschluß an Drägers Worte gestand sie, daß sie "tief berührt" sei und das Kreuz eigentlich nicht verdient habe. "Ich habe während meiner 15 Jahre langen ehrenamtlichen Arbeit nur Glück gehabt." Sie hat ihr Wissen an Journalistinnen weitergegeben und sie zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beraten. Als Feministin hat sich die Mutter von einem Sohn und einer Tochter nie gesehen: "Dazu bin ich viel zu selbstbewußt gerne Frau gewesen."diz

 

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