KZ-Arzt Mengele - "Er wütete wie im Blutrausch"
Die Nachwelt gab ihm Beinamen wie "Symbol des Bösen", "Teufel in Menschengestalt" oder "Todesengel von Auschwitz": Wie viele Menschenleben Josef Mengele, KZ-Arzt im Vernichtungslager Auschwitz von 1943 bis 1945, tatsächlich auf dem Gewissen hat, kann nur geschätzt werden - seriöse Quellen sprechen von 400 000.
Mengeles Name wurde zur Chiffre für Rassenwahn und Menschenexperimente im Namen des Nationalsozialismus. Er spritzte Kindern Chloroform ins Herz, verätzte Frauen die Eileiter, infizierte Häftlinge mit Typhus, führte Stromexperimente an ihnen durch oder fügte ihnen Schußwunden zu und infizierte diese dann mit Erde. Er habe "wie im Blutrausch gewütet", notierte Mengele-Biograph Ulrich Völklein.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der SS-Arzt den Zwillingen. An ihrem "doppelten Erbgut" wollte er Kernfragen der Vererbungslehre studieren: Warum entwickeln sich Zwillinge auseinander? Was bewirken die Gene und was Geburt und Umwelt? Einen Zwilling, dessen Bruder gestorben war, erschoß Mengele vor dem Krematorium, um sich vergewissern zu können, ob er an der gleichen Krankheit litt wie sein Bruder. Historiker schätzen, daß mindestens 900 Zwillingspaare Mengeles Labor durchliefen. Mengele selbst hielt sich nach dem Krieg unerkannt zunächst in Süddeutschland auf, flüchtete 1949 nach Südamerika und blieb bis zu seinem Tod 1979 einer der meistgesuchten NS-Verbrecher. Seine sterblichen Überreste wurden erst 1985 identifiziert.




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