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Kultur & Live

Wieder 50 Euro gespart . . .

Der Sohn weilt in Frankreich, nahe der spanischen Grenze hält er sich auf, an der Mittelmeerküste. Gern hätte ich ihn begleitet, doch Kühlschrank und Finanzamt wollen gestopft sein. Freiberuflich zu schaffen birgt die Gefahr, beide Blutegel aus den Augen zu verlieren.

Egal, jetzt macht der Sohn einen Tauchkursus für 105 Euro. "Drei Tage dauert der", hat er mir am Telefon gesagt (4 Euro Gesprächskosten, 2 Euro für die im Anschluß per Telefon eingeholte Erlaubnis seiner Mutter), "am letzten Tag gehen wir auch ins Wasser. Scheint mir alles sehr sicher, Max würde auch mitmachen." Max ist sein Freund und ebenfalls Torhüter, im Einzugsgebiet Niendorf.

"Ein teures Hobby", bemerkt Thomas und nippt am Weizenbier, das auf seinen Wunsch hin von Wirtin Ingeborg mit einer Zitronenscheibe veredelt wurde, und während dessen Verzehrs ich von den unglaublichen Aufregungen des Wochenendes berichte. "Muß er ja nicht immer pflegen", sage ich und sauge Holsten an. Das Feierabendbier, die letzte Bastion, nichts soll unsere Laune trüben.

Komischer Zufall, denke ich, am Tag zuvor habe ich "Flipper" im TV gesehen, noch ganz erschöpft von einer Tantra-Massage, die ich mir zuvor hatte verabreichen lassen ("Soll ich ihre Genitalien mit einbeziehen?" - "Nee, laß mal, Mädchen, das kriege ich schon zu Hause hin"). 50 Euro gespart, dafür kriegt man in Frankreich fast einen halben Tauchkursus.

Das war dieser "Flipper"-Film mit Chuck Norris als Vater von Sandy (Oder Bud? Nee, Bud schnorchelte später im TV). Ganz braun ist Chuck da gebrannt, zieht immer den Bauch ein, wenn der Kameramann die Halbtotale für angemessen hält.

"Wann wirst du endlich lernen, deine Pflichten zu erfüllen?" Das ist, so denke ich, das Grundthema dieses Filmes. Flipper frißt alle Fische auf, die Chuck mit Mühe eingefangen hat. Warum? Weil Delphine ja so unglaublich intelligente Tiere sind und weil Sandy ihm das glaubt und nicht auf den putzigen Säuger aufpaßt, der im Grunde genommen ja auch nur ein geistig beschränkter Fisch ist, der sich intellektuell nicht großartig vom Thunfisch unterscheidet und deshalb mit diesem heute oft in der gleichen Dose landet.

Des Tages Fang verputzt! Da kriegt doch der Vater die Krise, oder? Der freiberuflich tätige Vater. Der angestellte Vater sieht vielleicht gnädig darüber hinweg, sechs Wochen Urlaub im Jahr, 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld. Hatte ich auch mal, denke ich, hab es aber anders gewollt. Hab es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt . . .BERND MÖHLMANN

 

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