W. Melcher gestorben
40 Jahre Primgeiger des Melos-Quartetts
Hamburg. Einen Monat vor seinem 65. Geburtstag ist Wilhelm Melcher, Gründungsmitglied und Primarius des weltberühmten Melos-Quartetts aus Stuttgart, am vergangenen Sonnabend gestorben. Der Geiger stammte aus Hamburg und wurde hier an der Musikhochschule von Erich Röhn ausgebildet. Nach dem Konzertexamen an der Accademia di Santa Cecilia in Rom war er von 1963 bis 1965 Konzertmeister der Hamburger Symphoniker.
Nachdem Melcher in gleicher Position 1965 an das Württembergische Kammerorchester nach Heilbronn gewechselt war, gründete er mit den Brüdern Gerhard (Zweite Geige) und Hermann Voss (Bratsche) sowie dem Cellisten Peter Buck das Melos-Quartett. Schnell erwarb sich das Ensemble international einen besonderen Ruf vor allem im klassisch-romantischen Bereich. Auch nachdem 1993 die Amerikanerin Ida Bieler als neue Zweite Geige hinzugekommen war, hielt das Quartett in mittlerweile 40 Jahren Konzerttätigkeit seinen außerordentlichen Standard. Melcher unterrichtete als Professor an der Stuttgarter Hochschule Violine und mit seinen Quartettkollegen Kammermusik.
Zu seinen Schülern gehörten auch die beiden Geiger des japanischen Lotus String Quartetts, das morgen an Stelle des Melos-Quartetts den Konzertabend bei den Hamburger Freunden der Kammermusik übernehmen wird.




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